Was ist besser: Zoom oder Festbrennweite?


Ein gutes Zoomobjektiv ist sehr teuer, aber in einigen Situationen natürlich praktisch, weil man sozusagen Alles in Einem hat. Ein weiterer Vorteil eines Zooms ist die Tatsache, dass man keine schwere Fotoausrüstung mit sich schleppen muss. Heißt es aber, dass man als Fotograf nur Zoomobjektive verwenden soll? Bieten die Zoomobjektive nur Vorteile an oder gibt es auch Argumente, die für Festbrennweiten sprechen?

Gudrun_DSC3599.JPG

Mit Sicherheit kann man sagen, dass eine Festbrennweite in der Regel billiger als ein gutes (ich betone GUTES!) Zoom ist. Nehmen wir 50 mm als Beispiel. Es ist ein sehr gutes Objektiv, mit guter Lichtstärke und kostet sowohl für Nikon– als auch für Canon-Inhaber knapp unter 200 EUR. Für diese Qualität ist es wirklich ein Schnäppchen, findet ihr nicht?Ich weiß nicht, ob das jedem von euch bisher bewusst war, aber 50 mm ist bei einer Vollformatkamera die normale Brennweite. Sie entspricht der Brennweite einer Analogkamera. Das bedeutet, man kann 50 mm auch als Standardobjektiv verwenden. Bei einer Crop-Kamera muss natürlich der Cropfaktor dazu gerechnet werden ;).

Irina & Birke_DSC2500.JPG

50 mm ist außerdem ein tolles Objektiv für die Portraitfotografie, auch Makrofotografie kann man damit sehr gut betreiben. Der Hintergrund ist schön verschwommen bei offener Blende, man erkennt aber die Farben, der Bokeh-Effekt entsteht. Dieses Objektiv ist auch sehr leicht, das heißt, man hat keine Nackenschmerzen, auch wenn man die Kamera einige Stunden mit sich trägt (natürlich hängt es auch vom Gewicht des „Bodys“ ab ;)). Der einzige „Nachteil“, der erwähnenswert und auf alle Festbrennweiten übertragbar ist, ist die Einschränkung durch die feste Brennweite (wie der Name schon sagt). Ist das aber wirklich ein Nachteil?

Irina mit Pferden_DSC2740.JPG

Viele Fotografen sind wahrscheinlich sehr bequem und möchten sich vom Fleck nicht rühren, wenn sie ein Motiv ins Auge fassen. Sie verwenden dann z.B. ein Telezoom und fokussieren vom Weiten drauf. Mit einer Festbrennweite kann man genauso gut fokussieren und den gewünschten Effekt erzielen. Man muss nur näher ran kommen und sich einfach mehr bewegen. Das ist wiederum gut für die Gesundheit ;). Ich sehe es nicht als Nachteil. Man kann theoretisch auch Panoramabilder mit einem 50 mm Objektiv schießen. Man macht halt mehrere Aufnahmen und bewegt sich leicht nach links und rechts und verbindet schlussendlich im Photoshop alle Bilder zum Einen (mit einfachen Worten erklärt). Also wozu brauche ich dann eigentlich ein Zoomobjektiv?

Irina am Tor_DSC2829.JPG

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass das 50 mm Objektiv sehr gut ist. Ich bin letzte Zeit überwiegend mit dem Objektiv unterwegs und bin wirklich mehr als zufrieden. Ich frage mich oft, warum in unserer Gesellschaft der Glaube entsteht, dass man nur ein guter Fotograf ist, wenn man ein großes Objektiv mit sich trägt. Das sieht dann für viele vielleicht „cooler“ aus, professioneller muss es aber nicht unbedingt sein :). Mir fällt nur eine Situation ein, in der ein Zoom vom Nutzen ist. Wenn man schnell reagieren muss, z.B. das Motiv ist in ständiger Bewegung und man muss weit weg stehen, um unbemerkt zu bleiben (Sportfotografie, Wildlife-Fotografie). Oder wenn man ein Reportagefotograf ist und z.B. in den Kriegsgebieten fotografiert. Gute Zoomobjektive sind nicht nur teuer, sondern auch viel schwerer.

Ela Jasmina_DSC0503

Manchmal ist es viel einfacher, meherere Festbrennweiten wie z.B. 35 mm, 50 mm oder 85 mm mit sich zu tragen als ein schweres und teures Zoom, das man nicht überall einsetzen kann bzw. das bei bestimmten Motiven keine hochqualitativen Bilder erzeugt. Es ist nämlich wohl bekannt, dass dasselbe Bild mit 50mm geschossen – mit einer Festbrennweite bzw. mit einem Zoom auf 50 mm eingestellt – nicht dieselbe Qualität hat. Welches ist denn besser eurer Meinung nach? Welche Objektive verwendet ihr eigentlich für eure Bilder? Wer von euch ist ein Fan von Festbrennweiten? Ich bin wie immer sehr auf eure Antworten gespannt! Schönen Sonntag! Eure bilere