KISS-Prinzip in der Fotografie


Weniger ist mehr“ dieser bewusst gesetzter Sinnfehler wird nicht nur gerne in der Rhetorik, sondern auch in der Fotografie eingesetzt. Oft versuchen Fotografen, besonders bei Landschaftsaufnahmen so viel wie möglich aufs Bild zu bekommen, um die Stimmung der zu fotografierenden Gegend wiederzugeben.

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Ist das aber die richtige Methode? Diese Frage stellen sich viele Hobbyfotografen, weil sie sehr gut wissen, dass der Betrachter des Bildes oft mit zu vielen Details überfordert ist und den tieferen Sinn bzw. die Bedeutung des Bildes nicht auf den ersten Blick erkennen kann.

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Besteht ein Bild aus mehreren Elementen, ist zu erwarten, dass sie auf dem Bild miteinander konkurrieren.  Die einfachste Lösung, die Konkurrenz zu vermeiden, ist, sich die Aussage „Weniger ist mehr“ zu Herzen zu nehmen und zu versuchen, einfache, klare Bildkomposition zu finden. Diese Regel gilt übrigens auch in vielen Lebenssituationen😉.

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In der Nikon-Zeitschrift habe ich vor ein paar Tagen zum ersten Mal vom sogenannten KISS-Prinzip gelesen. Kennt ihr es? Nein, es geht nicht um die Rock-Band, sondern um einen fotografischen Begriff😉. Anscheinend wird die Abkürzung auf unterschiedliche Art und Weise erklärt. Die gängigste stammt von Kelly Johnson, dem technischen Leiter der Spionageflugzeuge U-2 und SR-71, und lautet „Keep simple (ad) stupid„. Johnson’s Ziel war seinen Ingenieuren zu vermitteln, dass sie ein sehr einfaches Design für die Flugzeuge wählen sollen, das gilt auch in der Fotografie.

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Ich denke, diese Methode kann in jeder Kategorie verwendet werden, sei es ein Landschaftsbild oder eine Makroaufnahme. Bevor man den Auslöser drückt, sollte man sich überlegen, was man mit dem Bild aussagen möchte und welche Elemente unbedingt auf dem Bild drauf sein sollen bzw. welche eher störend sind. Das erleichtert die Arbeit nachher, weil man bei der Bildbearbeitung keine Elemente entfernen muss.

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Ist es jedoch zu spät, hat man es beim Fotografieren übersehen und die störenden Elemente mit aufgenommen, ist es auch nicht so tragisch. Schließlich bietet uns Photoshop bzw. andere Bildbearbeitungsprogramme sehr viele Möglichkeiten an, mit Hilfe von Ebenen und Masken die Bildretusche vorzunehmen. Ich denke, die Arbeit hat sich sicher jeder von uns gemacht, oder? Also wünsche ich euch viel Spaß dabei! Eure bilere