Panoramabild – wie funktioniert das?


Ich habe hier bereits über viele Themen geschrieben, ich bin aber noch nicht einmal auf das Thema „Panoramafotografie“ eingegangen. Was ist eigentlich ein Panoramabild, wann spricht man von der Panoramafotografie?

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Panoramafoto ist – mit einfachen Worten gesagt – ein breitformatiges Bild, das einen ziemlich großen Blickwinkel hat, mindestens 180° bzw. sogar mehr. Normalerweise ist es kein Problem, ein solches Bild mit einem Weitwinkelobjektiv zu erstellen. Diejenigen, die aber kein solches Objektiv besitzen, haben die Möglichkeit, einzelne Bilder zu fotografieren und sie danach zu einem zusammenzufügen. Dabei ist es egal, ob das Bild im Quer- oder im Hochformat aufgenommen wird😉. Wie das geht, erkläre ich hier.

Bridge-Photomerge.jpgDas Erstellen eines Panoramabildes ist in der heutigen Zeit auf jeden Fall nicht mehr so kompliziert wie es sicher früher der Fall war. Es reicht einfach, mehrere Einzelbilder miteinander zu kombinieren und sie auf dem Computer zusammenzusetzen. Im Photoshop CC (kostenpflichtiges Programm) können mit dem Befehl „Photomerge“ mehrere Einzelfotos zu einem Bild kombiniert werden. Die Bilder werden wie gewöhnlich im Adobe Bridge markiert und entsprechend bearbeitet und danach im Photoshop zu einem Bild zusammengefügt.

  1. Man wählt „Datei“ > „Automatisieren“ > „Photomerge
  2. Danach wird im Dialogfeld „Photomerge“ unter „Quelldateien“ im Menü
    „Verwenden“ eine der folgenden Optionen gewählt:

    a. Dateien, um die Photomerge-Komposition aus einzelnen Dateien zu erstellen

    oder
    b. Ordner, um die Photomerge-Komposition aus allen in einem Ordner gespeicherten Bildern zu erstellen.

Das war’s fürs Erste. Denkt bitte dran: Um Photomerge-Funktion zu nutzen, müssen die einzelnen Bilder vorher abgespeichert werden. Ansonsten gibt es noch eine andere Möglichkeit, die Bilder zusammenzuführen.

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  1. Die Bilder werden im neuen Fenster geöffnet (rechte Maustaste)
  2. Mit dem „Verschieben“-Werkzeug werden die einzelnen Motive zu einem ausgewählten Bild aus der Serie eingefügt.
  3. Die Bilder werden bearbeitet – Reiter „Bearbeiten“  > „Ebenen automatisch ausrichten“.
  4. Danach wählt man auch unter dem Reiter Bearbeiten den Befehl „Ebenen automatisch überblenden“ und das war’s.

Wenn die Bilder zu einem Panoramabild zusammengefügt sind, kann das Bild nach eigenen Wünschen angepasst werden.

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Was muss ich aber beachten, um ein gutes Panoramabild zu erzeugen? Wie in anderen Disziplinen gibt es auch in dem Fall bestimmte Regeln, die uns dabei helfen, gute Bilder zu machen, die dann zu einem Panoramabild zusammengefügt werden:

Ausreichend überlappen

Denke daran, dass die einzelnen Bilder, die du fotografierst, ausreichend überlappen, sonst kann Photoshop oder ein anderes Bildbearbeitungsprogramm die Bilder nicht automatisch überblenden, weil es nicht erkennt, dass es sich um dieselben Bilder in einer Umgebung handelt. Die Bilder sollten jedoch auch nicht zu stark überlappen. Es gibt eine Regel, dass die Bilder um etwa 40 % überlappen sollen. Mehr ist nicht notwendig, sonst ist Photomerge nicht in der Lage, Bilder zu überblenden. Wichtig ist, dass sich die einzelnen Fotos zumindest geringfügig voneinander unterscheiden.

Eine Brennweite verwenden

Wer beim Fotografieren ein Zoomobjektiv verwendet, sollte unbedingt darauf achten, dass die Brennweite nicht geändert wird. Man sollte das Objektiv während der Aufnahme nicht ein- bzw. auszoomen.

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Die Kamera gerade halten

Natürlich ist es am besten, mit Stativ zu arbeiten. Ein Stativ mit einem drehbaren Kopf hilft uns dabei, die Kamera und den Sucher gleichmäßig auszurichten. Leichte Drehungen zwischen den einzelnen Aufnahmen können zwar mit Photomerge ausgeglichen werden, größere Neigungen können aber beim Zusammenfügen des Panoramas zu Fehlern führen.

An derselben Position bleiben

Bei der Aufnahme einer ganzen Fotoserie sollte man immer an derselben Position bleiben, damit die Bilder vom gleichen Standpunkt aus aufgenommen werden. Wenn der optische Sucher verwendet und die Kamera nahe am Auge gehalten wird, bleibt der Standort konsistent. Auch in dem Fall kann uns ein Stativ dabei helfen, den Standort beizubehalten.

Keine Verzerrungslinsen verwenden

Beim Fotografieren sollte man am besten auf Verzerrungslinsen verzichten. Sie können mit Photomerge zu Problemen führen, obwohl dank der Option „automatisch“ Bilder, die z.B. mit einem Fischauge-Objektiv aufgenommen wurden, angepasst werden.

Belichtung mit Blitz oder ohne

Man sollte darauf achten, jedes Bild mit gleicher Belichtung aufzunehmen. Die Überblendfunktionen in Photomerge gleichen zwar unterschiedliche Belichtungen aus, große Unterschiede erschweren jedoch die Anpassung. Einige Digitalkameras ändern beim Aufnehmen von Fotos die Belichtungseinstellungen automatisch. Aus dem Grund sollten die Kameraeinstellungen überprüft werden, damit alle Bilder gleichmäßig belichtet werden.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Eure bilere

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