Einmal anders – Fotografieren in einer Stadt


Rethymnon_DSC8963 als Smartobjekt-1Die Architekturfotografie ist ein Kapitel für sich. Um Gebäude richtig zu fotografieren braucht man eigentlich ein Tilt-Shift Objektiv, um stürzende Linien zu vermeiden. Wer nicht weiß, was „stürzende Linien“ bedeutet, hier kurze Erklärung:

Es ist ziemlich einfach: Eine Kamera funktioniert praktisch wie das Auge des Menschen, d.h. sie  unterliegt den Gesetzen der Zentralperspektive. Das klingt vielleicht etwas komplizert, heißt aber nur soviel, dass parallele Linien im Motiv nur dann im Bild ebenfalls parallel verlaufen werden, wenn sie im Motiv in einer Ebene liegen, die parallel zur Filmebene liegt. Wird also die Kamera z.B. vor einem Haus nach oben geschwenkt, entstehen stürzende Linien, das Haus scheint dann nach hinten zu kippen. Vermeiden kann man das mit dem Tilt-Shift Objektiv.

Dieses Objektiv besitze ich aber leider nicht. Erstens wäre das eine ziemlich teuere Investition für mich (dieses Objektiv kostet bei amazon ab min. 900 EUR) und zweitens kommt es nicht so oft vor, dass ich mich für diese Art der Fotografie entscheide. Das liegt auch daran, dass ich eigentlich ein Fan von „beweglichen Motiven“ (Makro, Menschen) bin, auch Landschaftsfotografie macht mir viel Spaß. Zusätzlich muss ich bei mir Prioritäten setzen, was den Einkauf der Objektive betrifft. Mittlerweile habe ich in meiner Schublade eine lange Liste mit Objektiven, die ich gerne hätte, ihr wisst aber selber sehr gut, dass Fotografie ein sehr teueres Hobby ist…na ja, das aber nur so am Rande :-).

Zurück zum Thema: Wenn man das richtige Objektiv nicht hat, muss man sich selber irgendwie helfen können.  Also wenn ich mich dafür entscheide, ein Gebäude zu fotografieren und es noch prominent auf meinem Foto zu platzieren, dann habe ich zwei Möglichkeiten:

  1. Ich komme nicht zu nah an das Objekt ran und fotografiere es von einer bestimmten Entferung. Meine Kamera muss paralell zum Gebäude, bzw. zu meinem Motiv platziert werden. Dabei erhöhe ich auch meine Brennweite – momentan verwende ich für diese Art der Fotografie mein Weitwinkelobjektiv, Nikorr 12-24 mm, 1:4 G, am besten für die Mittelformatkamera geeignet. Natürlich wäre ein FX Objektiv für Vollformatkamera besser geeignet, aber wie bereits gesagt, muss man sich in solchen Situationen zu helfen wissen und aus der Situation, in der man sich befindet, das beste machen. Das Weitwinkel-Vollformatobjektiv steht leider noch auf meiner Liste ;-).
  2. Wenn ich das Gebäude aus zu naher Entfernung fotografiert habe und das Gebäude stürzt ab, dann habe ich noch die Möglichkeit, die Änderungen im Photoshop vorzunehmen. Im Raw Format unter Objektivkorrekturen – manuell und dann vertikal verschieben, gibt es die Möglichkeit, das Gebäude nach Vorne auszurichten. Natürlich ist das nicht die optiomalste Lösung, aber etwas Besseres habe ich bis jetzt noch nicht rausgefunden.

Da ich momentan mit meinen Bildern viel experimentiere, versuche ich auch manchmal aus einem Bild etwas anderes zu zaubern, wie ich es z.B. mit dem oberen Bild gemacht habe, das die Straßen in Rethymnon (Kreta) darstellt.

 

Edinburgh von oben:

Edinburgh_DSC6335-web

Für Interessierte: Wer sich dann doch entscheidet, ein Till-Shift Objektiv zu kaufen, dem kann ich folgende Nikon-Objektive empfehlen:

Nikon 24mm / 3,5D PC-E NIKKOR ED Objektiv (77mm Filtergewinde)
Nikon PC NIKKOR 45mm 2.8D ED Objektiv (77mm Filtergewinde)
Nikon PC-E Micro Nikkor 85mm 1:2,8D Objektiv (77 mm Filtergewinde)

Schönes Wochenende noch!

51 Gedanken zu “Einmal anders – Fotografieren in einer Stadt

  1. Pingback: Die Wahrzeichen einer Stadt fotografieren – Tipps | bilere's Blog

    1. Danke schön Fotohabitate. Ich denke, viele Fotografen nutzen LR, ich habe das Programm auch mal gekauft, nutze es aber praktisch nie :-). Jetzt ist meine Version gar nicht mehr aktuell. Wichtig ist, dass man das Programm nutzt, mit dem man gut zurecht kommt und das einem Spaß macht. Viel Spaß noch beim Fotografieren oder Ausprobieren vom PS. Du könntest dir einen Monat lang die Testversion von CC runterladen. lg

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    1. Liebe Sabine, auf jeden Fall sollst du dir die Altstadt anschauen, das Schloss ist auch sehr schön gelegen und sehenswert. Wenn man vom Schloss die Straße nach rechts – glaube ich – runtergeht, hat man sehr schöne Sicht auf die ganze Stadt. Botanischer Garten wird im Mai sicher auch sehr schön aussehen und die königliche Meile sollte man auch nicht verpassen. Ich denke, es gibt so viel schönes zu sehen, dass du am besten überlegen sollst, was dich besonders interssiert. Ich denke da eher daran, was ich wo fotografieren könnte :-). Dir auch noch einen schönen Restsonntag (Abend). lg Kati

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  2. hutschi

    Ein Fotoapparat nimmt in erster Näherung perspektivisch auf, wenn man Verzerrungen durch das Objektiv vernachlässigt. Wir sehen aber nicht perspektivisch, da wir zwei Augen haben und uns beim Betrachten von Bildern bewegen. Tilt shift gleicht das etwas aus.

    Ich bin nicht sicher, müsste es mal probieren, mehrere Bilder durch vertikalen Kameraschwenk aufzunehmen und als Panorama übereinander zu setzen.

    Wenn man ein Bild stark vergrößert und dann relativ gesehen schräg von oben ansieht, müsste es auch ähnlich wie Tilt Shift wirken.

    Aber In den Bildern hier wurde gezeigt, wie man das „normale“ Objektiv ohne komplizierte Technik künstlerisch verwenden kann.

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  3. Ich musste lachen mit de Liste in de Schublade 🙂 Haben wit das niet alle? Und dann regelmässig mal schauen ob die Preise nicht etwas freundlicher geworden sind und mit einem tiefen Seufzer die Schublade wieder zuschieben…

    Die Strasse auf Kreta find ich sehr schön! 🙂

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  4. Das sind unglaublich tolle Bilder!
    Schöner Blog, mach weiter so.♥
    Bei mir läuft gerade eine Blogvorstellung und ich würde mich total freue, wenn du mitmachen würdest!
    ♥, Erika
    erikaloove.blogspot.de

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    1. Vielen Dank Paleica. Ich habe im Photoshop im Maskenmodus mit dem radialen Weichzeichner gespielt, um die Hauswände unsichtbar zu machen. Ich habe aber auch mit Farben viel gespielt. Das Bild war mir sonst zu „langweilig“, ich wollte das Motorrad im Vordergrund stellen. Am Ende habe ich auch mit Blendenflecken gespielt. Vielleicht sollte ich das nächste Mal mehr dazu schreiben…lg

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  5. Mir wird ganz schwindlig bei den Preisen 😉

    Aber du hast es super beschrieben, wie man aus seinen gegebenen Möglichkeiten das Beste machen kann.
    Selbst Photoshop ist schon eine teure Angelegenheit, die ich mir leider nicht leisten kann.
    Meine Free-Foto-Bearbeitungsprogramme nutze ich ab und an zum verbessern der Lichtverhältnisse, aber dann ist auch schon Schluss.

    Aber als Hobbyfotografin soll es mir ja auch Spaß machen und das tut es ungemein.

    Toll deine beiden Fotos und lieben Dank für’s zeigen.

    Herzliche Grüsse,
    Uschi

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  6. Mal lernt immer noch dazu….Besonders das Motiv aufgenommen in Kreta findet meinen Applaus…. Ich hatte zu Zeiten meiner analogen Fotografie mal ein Fischauge für meine Minolta gekauft, um zu experimentieren. Damit habe ich unser Schloß fotografiert im vordergrund ein blühender Kastanienbaum – das Bild hatte ich bewußt in schwarz/weiß aufgenommen. Mal sehen, ob ich es noch in meinem Archiv finde… Dann stelle ich es mal in meinen Blog.
    Beste Grüße aus dem Kraichgau
    Helmut

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  7. Wow! Those photos are amazing! I am relatively new to photography (to trying to make better photos, that is) so this is most interesting. I am now going to pay more attention.
    Again, beautiful images. Can’t decide which one I like best!

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