Manuell oder Automatik?


HäusschenBei jeder Art der Fotografie, sei es Landschafts- oder Makrofotografie bzw. Portrait, spielt die Kameraeinstellung eine sehr wichtige Rolle. Beim Fotografieren sollen nicht nur vorgefertigte Motivprogramme genutzt werden bzw. automatische Zeit- oder Blendeneinstellungen, sondern auch oder vor allem der manuelle Modus. Jede DSLR verfügt über manuelle Einstellungsmöglichkeiten, aber nicht jeder nutzt sie aktiv.

Warum ist diese Funktion so wichtig?  Die Antwort liegt auf der Hand: Manuelle Einstellungen von Blende, Belichtung und ISO erlauben mehr Spielraum beim Fotografieren, man kann die kreative Ader spielen lassen und die Fotos nach eigenem Belieben gestalten.

Fotografieren im manuellen Modus verlangt natürlich viel Übung und Erfahrung. Praktisch jede Kamera kann auch bei „normalen“ Lichtbedingungen ein korrekt belichtetes Foto erzeugen, aber geben wir uns damit zufrieden? Wollen wir doch nicht alle, dass sich unsere Fotos von anderen unterscheiden? Streben wir nicht alle nach kreativen und keinen „Nullachtfünfzehn“ Fotos? Ich denke ja :-). Aus diesem Grund habe ich mich persönlich in meiner kurzen Fotokarriere sehr schnell fürs Fotografieren im manuellen Modus entschieden.

Was bedeutet das aber genau? Hier kurze Erklärung: Der Modus „Manuell“ befindet sich auf dem Auswahlrad jeder DSLR und ist mit einem „M“ gekennzeichnet, was natürlich erstmals ziemlich logisch klingt. Wenn man sich allerdings für diese Kameraeinstellung entscheidet, muss man im Kopf behalten, dass die Befehle „Blende“, „Belichtung“ und „ISO“ bei jedem Foto selbst einzustellen sind. Anfangs ist es ziemlich umständlich, man weiß nicht, welche Einstellung korrekt ist, aber mit der Zeit entwickelt man das richtige Gefühl dafür und kann die Befehle sogar im Schlaf einstellen.

Pusteblumen

Aber woher weiß ich als Anfänger eigentlich, ob ich mit der Einstellung von Belichtung, Blende oder ISO richtig liege? Hilfreich dabei ist auf jeden Fall der Kameradisplay, der uns zeigt, ob die Einstellungen, die wir gewählt haben, das Bild über- bzw. unterbelichten. Wenn die Markierung (die schwarze Linie) in der Mitte liegt, dann ist die Belichtung in der Regel korrekt und wir können mit dem Fotografieren loslegen. Liegt sie jedoch links der Mitte, wird das Bild unterbelichtet, liegt sie rechts, bedeutet das wiederum die Überbelichtung. Dann bleibt uns nichts anderes übrig, als die Blende/Belichtung entsprechen runter bzw. hochzudrehen.

Befindet man sich im dunklen Raum und hat kein Blitzgerät bzw. keinen Stativ zur Hand bzw. entscheidet sich bewusst dafür, keins davon zu verwenden, dann muss an der ISO rumgeschraubt werden. Schließlich kann man die Belichtung in dem Fall nicht verlängern, ohne Verwacklungen zu vermeiden. Keiner kann ein paar Sekunden lang die Kamera still halten, ohne sich zu bewegen, aber das ist wiederum ein Kapitel für sich. Eins noch: Bitte vergesst nicht, dass bei erhöhter ISO-Zahl auch das Rauschen auf dem Bild verstärkt wird. Manchmal kann das aber sehr charmant aussehen :-).

Kehren wir aber zu dem Hauptthema zurück. Die Belichtung kann auch kontrolliert werden, nachdem man das Foto gemacht hat. Ich denke, alle schauen sich das Bild immer am Monitor an, um beurteilen zu können, ob das Motiv richtig erfasst wurde oder nicht. Nur wenige wissen aber, dass die Belichtung, die auf dem Bild zu sehen ist, nicht der „richtigen“ Belichtung entspricht, die man dann auch auf dem Computerbildschirm zu sehen bekommt. Deswegen bringt uns das eigentlich nichts, wenn wir uns nur das Endergebnis anschauen, ohne  das Histogramm des Bilder zu sehen. Mit Hilfe des Histogramms (man scrollt mit den Pfeilen nach unten) kann kontrolliert werden, ob das Bild technisch korrekt ist. Das Histogramm dient praktisch der Analyse bzw. Korrektur der Tonwerte.

Blume

Wie liest man aber so ein Histogramm? Mit einfachen Worten erklärt: Die Werte, die man im Histogramm sieht, sind die unterschiedlichen Helligkeitswerte im Bild. Die Werte werden in Form eines Berges dargestellt und sollen in der Regel gleichmäßig verlaufen: Links auf der Scala befindet sich schwarz und rechts weiß, dazwischen sieht man alle Abstufungen. Je höher die Kurve nach oben geht, desto häufiger kommt eine bestimmte Helligkeitsstufe vor. Wenn das Histogramm gleichmäßig von links nach rechts verteilt ist, dann ist das Bild auch richtig belichtet. Wäre die Kurve mehr nach rechts gerichtet und gäbe es links gar keine Linie, dann würde das wiederum bedeuten, dass das Bild überbelichtet wird.

Das Histogramm spielt auch eine sehr wichtige Rolle bei der Bildbearbeitung am Computer. Es dient dann nicht nur der Anzeige der Belichtung, sondern wird als Werkzeug genutzt, um die Belichtung und somit die Stimmung des Bildes anzupassen bzw. zu korrigieren.

Bei meinen Bildern, die ich übrigens bereits vor einiger Zeit gemacht habe, könnte ich ohne manuelle Einstellung das gewünschte Effekt nie im Leben erreichen, deswegen möchte ich euch dazu ermutigen, zu dem Modul zu wechseln oder es zumindest auszuprobieren!

Ich wünsche euch viel Spaß dabei und freue mich schon auf eure Ergebnisse bzw. eures Feedback!

Themenvorschau für die nächste Woche: „Schärfe/Unschärfe“

23 Gedanken zu “Manuell oder Automatik?

  1. Manuell oder Automatik – nun, eine Frage der Übung ist es auf jeden Fall. Aber die gesamte Fotografie ist eine Frage der Übung. Automatiken haben natürlich auch Ihre Berechtigung, doch muss man sich einfach bewusst sein, dass wenn man die volle Kontrolle über seine Kamera haben möchte, man nicht wirklich über die „M“ hinweg kommt. Dabei sollte man schon ein Verständnis entwickelt haben was denn die Blende, die Zeit und welche Auswirkungen höhere ISO Zahlen haben.

    Du schreibst es ja in Deinem Text „praktisch jede Kamera kann bei normalen Lichtbedingungen korrekt belichtete Aufnahmen erzeugen“. Nun, damit hast Du vollkommen recht. Fotografiert man mit M, so muss man sich mal über den Ausdruck „korrekt belichtet“ Gedanken machen. Den „korrekt belichtet“ bedeutet für die Kamera und für den Fotografen unter umständen vollkommen verschiedene Dinge.

    Du schreibst „Wenn die Markierung (die schwarze Linie) in der Mitte liegt, dann ist die Belichtung in der Regel korrekt und wir können mit dem Fotografieren loslegen.“ Das ist so nicht ganz richtig.
    Denn liegt Belichtungsmessung in der Mitte der Skala (im Sucher und auch am LiveView zusehen) , die man eigentlich „Lichtwaage“ nennt, so bedeutet es, dass der Belichtungsmesser zufrieden ist, d.h. wenn die von Ihm erwartete Helligkeit vom Motiv reflektiert wird. (18% Grau). Es bedeutet, dass die angemessenen Bildteile, dann um die Mitte des Histogramms zum liegen kommen.

    Das führt zwar zu Bildern, die am Display der Kamera schon recht gut aussehen, aber eben nur dort. Die heutige Digitalfotografie ist eine Mischung aus alter analoger Belichtungsmessung und neuer digitaler Aufzeichnungstechnik. „Expose to the right“ ist hier das Schlagwort. (Dazu findest Du im Netz eine Flut von Informationen). Kurz gesagt, ist man hinter gutem Bildmaterial her, dann muss man die Eigenheiten der derzeit verwendeten Senoren beachten und die Belichtung so ausrichten, dass man soviel Material aufzeichnet wie möglich und sich nicht nach der vom Belichtungsmesser gewünschten quasi „richtigen“ Belichtung richtet. Eben ETTR – Expose to the right.

    Ob ein Bild nun über- oder unterbelichtet ist, kann man a) vom Standpunkt des Belichtungsmesser oder vom Standpunkt des Fotografen beurteilen. Der Standpunkt des Fotografen ist hier der bessere, wobei man dabei entscheiden muss, der Kamera viele Entscheidungen zu überlassen bzw. so gutes Bildmaterial wie nur mit der jeweiligen Kamera möglich, einzufangen.

    Zu guter letzt noch ein Tipp, die eigene Fotografie verbessert sich tatsächlich wenn man auf M – wechselt, zu erwähnen wäre allerdings, dass man dann bei der Belichtungsmessung auch die Spot-Belichtungsmessung aktivieren sollte, denn damit hat man nun ein belichtungstechnisches Werkzeug in der Hand mit der man ein tieferes Verständnis für die Belichtung, die jeweilige Lichtsituation und die Arbeitsweise eines Belichtungsmessers bekommt.

    na dann

    Gut Licht

    Herbert

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  2. Bonjour
    Le pays de l’Amitié
    Est celui de la liberté
    Un pays de rêves et d’imaginations
    Ou l’on peut vivre ses passions
    Toucher du doigt ses émotions
    Aimer se libérer et mettre dans
    son coeur
    Des crayons multicolores
    Pour dessiner le monde en couleur.
    Je te souhaite une belle journée
    Bisous
    BERNARD

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  3. Ich gesteh’s, ich bin ein richtiger Faulpelz, und fotografiere deshalb fast nur mit den voreingestellten Programmen. 😉 Individuell wird’s dann beim Nachbearbeiten… Ich habe das mit den manuellen Einstellungen schon des Öfteren auch ausprobiert, aber da ich häufig sehr spontan und auch schnell fotografiere, finde ich das Benutzen der Programme leichter und bequemer. 😉

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  4. Eine alte Kuh, lernt immer noch dazu. Ja, das stimmt ja in meinem Falle NICHT, denn der männliche form der Kuh ist der Stier. Das gilt bei mir im doppelten Sinne. Männliche Kuh = Stier und Sternzeichen ist ebenfalls der Stier.
    Du hast das wunderbar erklärt, so dass ich es selbst in meinem fortgeschrittenen Alter begriffen habe. Ich bin ein alter Faulpelz und stelle meistens iA = intelligente Automatik. Ich sehe mich allerdings durch deine Erklärungen herausgefordert.
    Gestern Abend auf dem Bürgerempfang gab es sehr tolle Bilder aus der Stadt zu bewundern. Nun bin ich mal gespannt, wie du meine Bilder siehst. Kritik ist erwünscht.
    Beim ersten Bild ist meine Sichtweise der Dinge: der Baum beschützt das kleine Gebäude am Feld.Die Darstellung der Pusteblumen ist interessant. Beim dritten Bild sind die Blüten teilweise scharf und die Blätter im Hintergrund unscharf.
    Ich wünsche dir eine gute Woche.
    Salut
    Helmut

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    1. Danke Helmut. Ich freue mich immer über deine ehrliche Meinung. Ich freue mich auch, dass ich dich herausfordern kann, obwohl ich mir doch sicher bin, dass du die ganzen Themen besser kennst als ich :-). Schönen Abend! LG Kati

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  5. I learned photography when ‚manual‘ was the only choice. As my cameras have become more sophisticated, I like the auto and programmed options offered to me. But, I still find myself going to manual often. I like to have more control over the outcome. The photos I needed for this project were all manual. The auto feature could not have given good results. https://jarphys.wordpress.com/2015/02/25/venus-mars-2015-conjunction/

    Thanks for your good post.

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