Alles rund um die Landschaftsfotografie – Teil 2


Wald_DSC6712Letzte Woche habe ich das Thema „Landschaftsfotografie“ gestartet und möchte es heute mit einigen praktischen Tipps fortsetzen. Wie gesagt, ist das ein unendliches Thema, deswegen verzeiht mir bitte, dass ich mich nur auf bestimmte Themenschwerpunkte beziehe und einige, die sicher genauso wichtig sind, erstmals auslasse.

Das Gute an der Landschaftsfotografie ist die Tatsache, dass man nicht auf den Frühling oder den Herbst warten muss, um schöne Motive zu finden. Die gibt es das ganze Jahr über. Natürlich könnt ihr jetzt sagen, dass man Architekturfotografie auch das ganze Jahr über betreiben kann, was natürlich auch stimmt. Meine Aussage bezieht sich aber mehr auf lebendige Motive, die uns die Natur das ganze Jahr über anbietet. Ich bin beispielsweise ein großer Makro-Fan und warte immer sehnsüchtig auf den Frühling, um die zum Leben erweckte Natur auf dem Bild festzuhalten, was ich im Winter nicht tun kann. Natürlich soll das nicht bedeuten, dass ich im Winter keine Marktomotive finden kann :-). Wie auch immer. Ich hoffe, ich verwirre euch nicht zu sehr mit meinen Aussagen gerade. Kehren wir dann doch besser zum tatsächlichen Thema zurück und stellen uns folgende Fragen:

Zu welcher Zeit fotografiere ich am besten?

In jeder Art der Fotografie, auch in der Landschaftsfotografie, spielt die Zeit eine sehr große Rolle. Dabei geht es mir nicht nur um die Jahreszeit, sondern vor allem um die Tageszeit. Welche Tageszeit ist denn zum Fotografieren am besten geeignet? Viele denken da sofort an die Mittagszeit, wenn die Sonne prallt und alles schön hell ist. Das ist leider nicht ganz richtig. Natürlich kann man mit einem Polfilter auch in der Sonne fotografieren und bekommt meistens kräftige Farben auf dem Bild, aber man muss auch bedenken, dass die Sonne harte Schlagschatten erzeugt. Deswegen ist es am besten, die Mittagszeit zu meiden und entweder in der Früh, wenn die Hühner noch schlafen, also beim Sonnenaufgang, oder am Abend, beim Sonnenuntergang zu fotografieren.

Die Lichtstimmung ist zu diesen Zeiten außergewöhnlich schön, wir erhalten ein schönes weiches Licht, das von der Seite auf das Motiv fällt. Beim Sonnenuntergang versinkt alles in warmen Rot-Orange-Tönen. Zu dieser Tageszeit sollte man auf jeden Fall ein Stativ dabei haben, weil durch wenig Licht die Belichtungszeiten verlängert werden müssen.

Ein weiterer Tipp ist der bevölkter Himmel: Habt ihr es auch schon mal ausprobiert, beim bevölkten Himmel zu fotografieren? Persönlich finde ich solche Tage sehr schön, weil sich der Himmel dann wie ein Diffusor auf unsere Bilder auswirkt. Was bedeutet das konkret? Hartes, direktes Licht wird weicher, es gibt keine extremen Licht-Schatten-Kontraste und keine störenden Elemente wie beim strahlenden Licht. Es ist empfehlenswert, beim bevölkten Himmel rauszugehen und ein paar Landschaftsaufnahmen zu machen.

Was auch sehr empfehlenswert ist, ist die „blaue Stunde„. Wie der Name schon sagt, bezieht sich die Stunde auf die Färbung des Himmels, der bläulich wird. Von der blauen Stunde spricht man, wenn sich die letzten Sonnenstrahlen auf dem Himmel befinden und die absolute Dunkelheit bevorsteht. Die Färbung hängt natürlich vom Wetter ab, auch die Uhrzeit ist schwer festzulegen, weil es im Sommer etwas später, im Winter dafür etwas früher ausfällt. Viele nutzen die Tageszeit, um Hdr-Bilder oder sogar Nachtafunahmen zu machen. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mit den Nachtaufnahmen nicht so viel Erfahrung habe, das wird sich hoffentlich bald ändern. Habt ihr schöne Nachtaufnahmen, die ihr mir zeigen könnt? 🙂

Croatische Riviera_DSC8784

Wo stelle ich mich genau hin?

Diese Frage habe ich mir lange Zeit gestellt, weil ich der Meinung war, der Sonnenuntergang ist mein Hauptmotiv, deswegen kann ich ihn von jedem Standort aus fotografieren. Falsch! Es ist sehr wichtig, sich vor dem Abknipsen richtig Gedanken über die Bildperspektive zu machen, sich zu überlegen, was möchte ich mit meinem Bild bewirken, welches Motiv möchte ich im Vorder- und welches im Hintergrund platzieren. Der Sonnenuntergang sieht natürlich noch viel schöner und prachtvoller aus, wenn er im Wasser gespiegelt wird oder wenn er durch die Bäume hindurch scheint. Man soll es vermeiden, dass das eigene Bild langweilig auf den Betrachter wirkt. Oft hilft es, wenn man den Standpunkt ändert und sich mit der Kamera beispielsweise hinkniet, wodurch spannende Tiefenwirkung erzeugt wird. Man muss sehr kreativ sein, um sich von anderen Fotografen zu unterscheiden. Das ist eine sehr wichtige Regel, die ich mir persönlich zu Herzen genommen habe :-).

Nach speziellen Effekten suchen?

Oft hilft uns die Natur und bittet uns spezielle natürliche Effekte an, die das langweilige Bild interessanter machen. Die Rede ist hier u.a. vom Regen oder vom Nebel bzw. von Wasserspiegelungen – wie im ersten Teil beschrieben – die ein Landschaftsbild einfach aufpeppen. Für euch wirkt doch eine nebelige Landschaft sicher viel spannender als ohne Nebel, oder? Natürlich muss man es oft dem Zufall überlassen, weil man nicht weiß, ob in einer Gegend, in der ich mich zum ersten Mal befinde, eine Wasserfläche zu finden sein wird.

Wenn es aber um den Regel oder den Nebel geht, gibt es die Möglichkeit, es durch Wettervorhersage rauszufinden. Es reicht manchmal aus, wenn man einige Grundregeln kennt: Oft bildet sich der Nebel nach einem regnerischen Tag. Oft bekommt man gute Tipps von Fotocommunities oder von bekannten Fotografen, die gute Orte kennen, an denen man nicht nur schöne Landschaft finden, sondern auch sicher gehen kann, dass es neblig sein wird. Der Nebel kommt oft in den frühen Morgenstunden, deswegen kommt man nicht daran vorbei, sehr früh aus dem Bett zu hüpfen und ein paar Aufnahmen zu machen. Der Fleiß lohnt sich auf jeden Fall!

Häuschen_DSC9057

Richtige Einteilung: Vorder- und Hintergrund

Zuallerletzt möchte ich etwas über die Grundregel für gelungene Landschaftsaufnahmen, also über den Vorder- und den Hintergrund schreiben. Du als Fotograf musst für dich selbst entscheiden, ob du den Hintergrund oder den Vordergrund als Hauptmotiv auf deinem Bild wählen wirst (willst). Der Vordergrund muss dabei gar nicht im Nahbereich des Bildes liegen. Mit „Vordergrund“ versteht man nämlich alles, was vor dem am weitesten entfernen Bereich des Bilder liegt. Es gibt eine Regel, die besagt, dass man in 3 Ebenen arbeiten soll, dann gelingen die besten Landschaftsaufnahmen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das stimmt ich möchte es euch aber nicht vorenthalten :-). Die ersten zwei Ebenen wurden hier bereits genannt, die dritte ist die Mittelebene. Wenn wir dabei eine kleine Blende wählen, ist das komplette Bild scharf abgeblidet.

Vielleicht bin ich ein Ausnahmefall, aber ich entscheide mich manchmal absichtlich für große Blende, um mein Hauptmotiv mehr hervorzuheben, es ist sicher eine Geschmacksache.

Nicht immer ist so eine klare Trennung in Vorder- Mittel- und Hinterebene möglich. Ein Beispiel wäre hier ein sich lang erstreckendes Mohnfeld, das sich entweder auf dem ganzen Bild erstreckt oder du dich dafür entscheidest, einen kleinen Hintergrund aus Himmel in das Bild einzubauen. Die Entscheidung überlasse ich dir! Viel Spaß!

Mohnfeld_DSC9958

Vorschau auf nächste Woche: Da der Frühling an meiner Tür gekloppft hat, möchte ich mich nächste Woche meiner lang ersehnten Makroaufnahmen widmen :-). LG & schönen Sonntag!

24 Gedanken zu “Alles rund um die Landschaftsfotografie – Teil 2

  1. Bonjour

    Sur mon tapis magique je viens survoler ton blog
    Je viens y déposer un petit écris
    Que je juge comme un cadeau
    Celui-ci
    Ouvre-le délicatement, il est rempli de mon Amitié
    Je repars doucement car mon voyage n’est pas fini
    Je te souhaite une belle semaine à venir
    Un très bon Week-End
    Avec tes proches , tes amis ou autres
    Bisous , Bernard

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    1. Doch, das passt :-). Ich freue mich immer über euer Feedback und das stimmt, das ist eine gute Zeit, um sie zu fotografieren. Ich kann mich erinnern, als ich gegen Mittag eine Stunde versucht habe, einer Libelle nachzulaufen. Das war echt viel Arbeit, hat aber Spaß gemacht. Damals wusste ich es noch nicht, dass die Insekten in der Früh weniger aktiv sind :-). Lg

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  2. Mit deinen Themen rennst du bei mir immer wieder offene Türen ein. Die wunderschönen roten Tupfen (Mohn) im Getreidefeld sind eine Augenweite. Der Hintergrund scheint hier zu zerfließen. Das Gebäude am Feld scheint zwei Augen zu haben. Interessant ist – zumindest für mich – dass um das Gebäude umgepflügt wurde, das Gebäude selbst steht auf einem Grasgrund.
    Das Hammerbild ist für mich dein Bild am Meer mit den Sonnenstrahlen. Sowas habe ich auch schon versucht, aber es ist mir nicht gelungen.
    Nein, Nachtbilder habe ich keine, die ich dir zeigen könnte -aber ein Fisheye Bildle habe ich im Angebot (EXTRA für dich). Leider ist es nicht perfekt, denn ich habe das Bild aufgeklebt. Ich bin eben noch mal in mein Archiv abgetaucht und habe dort Fotos zur blauen Stunde gefunden. Wenn ich solche Momente erlebe und ich habe eine Kamera dabei, dann bin ich glücklich.
    Einen schönen sonntag für dich.

    Salut
    Helmut

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    1. Lieber Helmut, super, danke dir. Ich freue mich schon auf dein Bild. Mich machen solche Momente auch sehr glücklich. Das ist doch so schön, dass man durch die Fotografie oder mit ihrer Hilfe glücklich sein kann. lg & dir auch noch einen schönen Sonntag!

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  3. hutschi

    Gefällt mir gut.
    Ein kleiner Tipp:
    Im Wald bilden die Baumkronen eine Art Camera Obscura (Lochkamera).
    Besonders gut ist das bei einer partiellen Sonnenfinsternis zu sehen.
    Aber auch, wenn sich eine relativ scarf begrenzte Wolke vor die Sonne schiebt.
    Die Natur bildet dann ein ganz besonderes Buket.
    Man sieht viele kleine Sonnensichelchen oder Halbsonnen auf dem Boden.

    Besonders gut gefällt mir das Bild mit den Moonblumen, die Fast-Reduktion auf zwei Farben.

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