Was man alles mit Makroobjektiv fotografieren kann


Stipciu_DSC7757Ich grüße euch! Das Thema „Makrofotografie“ beschäftigt mich praktisch jeden Tag und da ich dieses Thema als sehr interessant und umfangreich empfinde, möchte ich mich heute erneut der Thematik widmen und euch ein paar praktische Beispiele anhang einiger Fotos zeigen.

Wenn man ein Makroobjektiv besitzt, heißt es nicht automatisch, dass man damit „nur“ Makrofotografie betreiben kann. Aufgrund seiner Lichtstärke ist dieses Objektiv auch sehr gut für die Portraitfotografie oder auch für viele Landschaftsaufnahmen geeignet. Ich bin leider kein Profi vom Portrait, trotzdem sehe ich mittlerweile die grobsten Fehler, die man vermeiden soll, um professionelle Portraits zu machen.

Unten möchte ich euch kurz typische Fehler an einigen Beispielen zeigen. Was fällt euch bei dem unteren Foto zum Beispiel auf, was ist hier alles „falsch“?

 

Die Positionierung des Motivs im Bild: Wenn unser Motiv nicht das ganze Bild füllt, muss man sich die Frage stellen, wo man es am besten positioniert. Ich habe herausgefunden, dass in der Malerei Motive praktisch immer in der Bildmitte platziert werden, weil die Mitte in der Regel als der zentrale, d.h. der wichtigste Teil des Bildes angesehen wird. Die Platzierung in der Mitte macht das Bild symmetrisch und sagt sehr viel über das Motiv aus. Die Frage ist jedoch, ob so ein Bild nicht zu langweilig auf den Betrachter wirkt? Ich meine ja, es wirkt langweilig. Viel schöner wäre es, das Motiv im Goldenen Schnitt zu platzieren. Was bedeutet das genau?

Der Goldene Schnitt ist eine Aufteilung in einem bestimmten Teilungsverhältnis. Bei einem Portrait platzieren wir den Kopf nicht mittig, sondern auf der Linie des Goldenen Schnitts. Das Bild hat dann automatisch eine ganz andere Wirkung als bei mittiger Platzierung. Die Einstellung für den Goldenen Schnitt findet ihr im Photoshop und ich nehme an, auch in anderen Bildbearbeitungsprogrammen.

GoldenerSchnitt

Beim Goldenen Schnitt haben die beiden Bildabschnitte ein Längenverhältnis von etwa 62:38. Ein Bild, das eine Breite von 1000 Pixeln hat, hätte den Goldenen Schnitt also bei 620 Pixeln oder 380 Pixeln.

Bilder, deren Hauptmotive im Goldenen Schnitt stehen, wirken besonders harmonisch. Wenn man vom Goldenen Schnitt spricht, meint man meistens die horizontale Teilung des Bildes, die Regel gilt aber genauso für die vertikale Aufteilung.

Persönlich finde ich es nicht so einfach, den „Goldenen Schnitt“ zu finden. Viel einfacher scheint die Drittregel zu sein. In dem Fall wird das Bild gleichmäßig in drei Teile geteilt und das Motiv dann auf einer der Teilungslinien platziert. Das Verhältnis ist dabei rund 67:33 und somit ähnlich dem Goldenen Schnitt. Einige Kameras bieten die Möglichkeit, ein Gitternetz (Hilfslinien) einzublenden, meistens in der Live View Version. Das Netz zeigt dann die Drittellinien an. Es ist sehr hilfreich beim Fotografieren und bei der Auswahl des Bildausschnitts. Also schaut euch eure Kameraeinstellungen an und schaltet die Hilfslinien ein!

Wie funktioniert die Regelung? Ganz einfach: Bei der Drittel-Regel wird das Bild in neun Teile geschnitten. Man zieht zwei waagerechte und zwei senkrechte Linien, so dass alle neun Teile gleich groß sind. Das Hauptmotiv wird an einem der vier Schnittpunkte angelegt, man kann es aber auch längs einer Linie platzieren.

Drittel-Regel

Manchmal sieht es besser aus, wenn man ein Motiv noch weiter in Richtung Bildrand schiebt. Gut wäre dann aber, wenn man noch ein zusätzliches Motiv hat, das auf der anderen Seite des Bildes als Gegengewicht platziert wird. Bitte denkt daran, dass sich durch Beschneiden des Bildes auch die Pixelzahl ändert.

Ich gebe ehrlich und offen zu, dass ich nicht so großen Wert für die beiden Regelungen lege. Ich platziere meine Motive dort, wo ich es am besten finde, meistens sowieso nicht direkt in der Mitte, sondern mehr am Rand. Ich nehme an keinen Fotowettbewerben teil, wo man auf solche Aufteilung mit Sicherheit achten muss. Wenn mir die richtige Einteilung gelingt, dann ist das nur ein Zufall :-). Es ist aber auf jeden Fall gut zu wissen, welche Aufteilungen es gibt, bzw. welche die wichtigsten sind (es gibt noch ein paar mehr) :-).

Abgeschnittene Füße: Ein weiterer Fehler, den ich bei dieser Aufnahme begangen habe, sind die abgeschnittenen Füße. Egal, ob man Menschen oder Tiere fotografiert, sollte man darauf achten, dass alle Gliedteile auf dem Bild zu sehen sind (Beine, Füße, Hände). Natürlich gibt es Ausnahmen, die sollte man aber am Anfang vergessen (Ich habe gelesen, dass es interessant sein kann, wenn die Haare der Person von oben leicht abgeschnitten werden, was man aber auch im Nachhinein im Photoshop bearbeiten kann).

Glatte Flächen: Weiterer Fehler, bzw. störender Element, ist der abgeknickte Mantel. An dem Tag, als ich die Aufnahme gemacht habe, war der Wind sehr stark und ich konnte kaum die Kamera in der Hand halten und habe deswegen schauen müssen, dass ich das Foto schnell schieße. Das war natürlich ein großer Fehler, weil ich in der Eile den Mantel übersehen habe. Die wichtigste Regel in der Fotografie ist, sich richtig Gedanken zu machen, wie man das Motiv positionieren möchte, welche Aussage man mit dem Bild erreichen möchte und wie man sich richtig für das perfekte Bild vorbereitet. Den umgeknickten Mantel sieht man leider sofort und dadurch wird die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das falsche Element im Bild gelenkt.

Dasselbe gilt für einen zerknickten Kragen, ein Hemd, das aus der Hose rausschaut usw.. Auch Haare sind sehr wichtig, sie sollen nicht am Gesicht zersteut sein, wie bei dem Jungen unten. Auf dem Bild habe ich auch das Kinn und einen Teil des Kopfes abgeschnitten. Nur zur Erklärung: Das Bild ist nur zum Zeigen von möglichen Fehlern da, ich habe das Kind beim Spielen fotografiert, also ohne vorherige Vorbereitung ;-).

der Kleine_DSC9735

Fallen euch noch weitere Fehler auf? Vielleicht auf den unteren Bildern? Ich zeige euch eine kleine Auswahl an Bildern, die ich mit meinem Makroobjektiv, Nikon 105mm 1/2,8 gemacht habe. Viel Spaß beim Beurteilen! Ich denke, aus den Fehlern lernt man am besten, deswegen macht viele Fotos und lernt daraus!

Stipciu_DSC4489

Stipciu-Wimpern_DSC7032

Stjepan_DSC8219

Auch einige Landschaftsaufnahmen lassen sich durch das Makroobjektiv erfassen. Unten ein Beispiel von meinem letzten Waldbesuch. Natürlich habe ich das Bild ordentlich im Photoshop nachbearbeitet, um das Geheimnisvolle zu erzeugen. Ich habe mit Bewegungsunschärfe gespielt und auch das Programm Color Efex Pro 4 von Google genutzt und die Infrarotfarben zu bekommen.Das Bild wirkt zwar nicht mehr natürlich, das war aber meine Absicht, ein etwas märchenhaftes Motiv darzustellen. Ich stehe letzte Zeit drauf :-).

Wald_DSC7751

Sonnenuntergang_DSC9387

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar neue Ideen für eure Fotomotive liefern und ihr werdet Spaß am Ausprobieren haben. Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Glück und Freude bei der Suche geeigneter Makromotive. Die Zeit ist reif dafür! Schönen Sonntag noch! Eure bilere

14 Gedanken zu “Was man alles mit Makroobjektiv fotografieren kann

  1. Die Landschaftsaufnahmen sind großartig, mit Portrait-Aufnahmen stehe ich auf Kriegsfuß, ich hasse gestellte Menschen-Bilder. Am liebsten ist mir beim Ablichten meiner Mitmenschen eine Art Street-Photography, bei der die ausgewählte Person nicht mitbekommt, dass ich sie „auf’s Korn“ nehme. 😉
    Ich bin seit einer Woche stolze Besitzerin eines Makro-Objektivs – Nikkor AF-S 40 mm 1 : 2,8 G – und grade dabei, mich mit dem Teil so richtig auszutoben. 😉
    Liebe Grüße!

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    1. Gratuliere! Du hast die richtige Zeit für den Einkauf gewählt :-). Jetzt blüht alles auf und man findet sehr viele schöne Motive. Das mit der Menschenfotografie kann ich gut nachvollziehen. Spontane Bilder sind natürlich was anderes :-). Schõne Woche! LG bilere

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  2. Natürlich kenne ich die Goldene Regel auch, aber ich habe mich noch nie wirklich damit beschäftigt… geschweige denn angewandt. Ich fotografiere einfach „frei Schnauze“ und sehe dann ob es passt oder nicht. Was mir gefällt sind deine beiden letzten Bilder, die du etwas“verfremdest“ hast, aber genau da liegt der Reiz auch für mich als Betrachter. Was mir auch gefällt ist das Bild mit dem Radl, das Rücklicht, das leuchtet und die Umgebung – irgendwie mystisch.

    Eine gute Woche für dich.

    Salut
    Helmut
    der sich überlegt eine Pentax Spiegelreflex zu kaufen.

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    1. Hallo Hemut, ich halte mich auch nicht an die Regeln :-). Es soll schön für mich aussehen, das ist meine Devise :-). Es freut mich sehr, dass dir einige meiner Fotos gefallen. Ich stehe letzte Zeit sehr drauf, die Fotos zu verfremden :-). Darf ich dich fragen, wieso du dir gerade eine Pentax kaufen möchtest?

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  3. What you have to say is most instructive. I have only recently begun to use digital photography, having spent a lifetime with film cameras. At my age I find the possibilities available even to my Canon point and shoot rather too bewildering. However, I trust my eye and hope for the best. Incidentally, the bent coat doesn’t bother me as it reflects the blown hair. Thank you

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