Blumenfotografie – worauf achte ich besonders?


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Jeder von uns mag Blumen. Sie sind schön, sie sind bunt, sie bringen Leben ins Haus und sie sind ein Zeichen einer Anerkennung oder eines besonderen Ereignisses. Blumen sind sehr vielseitig, sie leuchten schön, vor allem wenn die Sonne durch die Blütenblätter strahlt. Blumen sind aber auch sehr symmetrisch. Sie bilden geordnete Formen, die wir Menschen als schön empfinden.

Das ist sicher einer der Gründe, warum Menschen so gerne Blumen als Motive wählen und sie gerne fotografieren. Ein weiterer Grund ist sicher die Tatsache, dass man Blumen überall sieht, im eigenen Garten, auf einem Feldweg oder in einer Vase, sie sind leicht zugänglich.

 

Blumen bewegen sich nicht wie Insekten, es sei denn es gibt draußen einen starken Wind, und sie gelten als ein „einfaches“ Fotomotiv, was schnell täuschen kann. Persönlich bin ich nicht ganz dieser Meinung, alleine aus dem Grund, dass es heutzutage Millionen von Blumenbildern gibt und es eine große Herausforderung ist, aus den Millionen von Bildern herauszustechen und ein besonderes Bild zu machen, das jeder Betrachter in Erinnerung behalten kann. Zudem kann man bei dem „einfachen“ Motiv genug Fehler machen, auf die ich hier gerne kurz eingehen möchte.

1. Fotografieren von oben ist ein No-Go!

Wenn man sich entscheidet, eine Blume, ein Blumenfeld oder ähnliches zu fotografieren, sollte man es auf keinen Fall von oben tun, sondern sich eine andere Position – in die Knie gehen, sich hinlegen, auf Augenhöhe mit dem Motiv sein bzw. auch die Kamera auf dem Boden hinlegen und die Blumen von unten aus zu fotografieren – überlegen. Von oben aus erkennt man zwar ziemlich gut die Symmetrie, aber der Hintergrund wirkt sehr unruhig, wird oft dunkel. Man sieht die Erde, das Gras neben der Pflanze und das sind alles Elemente, die stören und das Bild unästhetisch wirken lassen. Zudem kommt es, dass das Motiv von oben aus sehr winzig sein wird und wenn man sich noch für die weit geschlossene Blende entscheidet, die das ganze Bild scharf abbilden lässt, wird es nicht sichtbar sein, was man konkret fotografieren möchte, da nicht nur die Blume, sondern alles drum herum scharf sein und sehr unruhig wirken wird.

Wichtige Regel: Blumen am besten mit einem Makroobjektiv fotografieren und die störenden Elemente in Unschärfe versinken zu lassen.

Wie bei jeder Regel gibt es natürlich auch hier Ausnahmen. Entscheidet man sich dafür, die Pracht der Blüte zu fotografieren, muss man natürlich von oben aus fotografieren. Dann sollte man aber beachten, dass keine störenden Elemente in der Nähe vorhanden sind bzw. sie im Notfall zu „beseitigen“ :-).

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2. Langweilige Blumenmotive, verfaulte Blüten

Oft ist man mit der Kameraeinstellung, dem richtigen Blickwinkel zu sehr beschäftigt, und konzentriert sich nicht auf das Wesentliche, also auf das Motiv. In solchen Fällen übersieht man oft, dass die scheinbar schöne Blume doch kleine Schönheitsfehler hat, sei es getrocknete Blutenränder, verwelkte Teile, von Insekten zerfressene Blätter oder andere Makel, die auf dem Foto sofort sichtbar sein werden.  Besonders auf einer Makroaufnahme werden diese winzigen Makel übergroß abgebildet und sie zerstören das harmonische Bild. Natürlich kann man in dem Fall die Fehler im Photoshop korrigieren lassen, u.a. mit dem Reparatur-Pinsel, aber viel einfacher wäre es, mehrere Blüten miteinander zu vergleichen, und sich für die schönste und idealste Blüte zu entscheiden.

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3. Fehlende Bildkomposition

Genauso wie bei der Landschaftsfotografie sollte man sich auch hier Gedanken über die Bildkomposition machen. Es ist natürlich verständlich, dass die natürliche Schönheit einer Blüte oft dazu führt, dass man als Fotograf das Drumherum vollkommen vergisst. Das führt wiederum dazu, dass man zwar die schöne Blume auf dem Foto festgehalten hat, sie aber kaum zu erkennen ist, weil um sie herum das ganze Grünzeug zu sehen ist und das Bild ungeordnet zu sein scheint.

Bitte denkt unbedingt dran: Das Hauptmotiv soll auf den ersten Blick zu erkennen sein, es ist kein Versteckspiel, bei dem man nach dem Motiv suchen soll. Dieser Fehler kommt meistens vor, wenn man Blumen ohne Makroobjektiv, sondern mit einem gewöhnlichen Standartobjektiv fotografiert (oder noch schlimmer mit einer Handykamera).

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4. Lass dir Zeit!

Zeitmangel ist uns allen sehr gut bekannt, diese Ausrede gilt aber nicht in der Fotografie! Wenn man gute Fotos machen möchte, muss man sich Zeit lassen. Leider gilt das nicht für jeden. Viele Blumenfotos entstehen nebenbei, mal schnell beim Spazierengehen am Wegesrand oder zwischen Mittagessen und Kaffepause im eigenen Garten. Es wird kurz draufgehalten und schnell abgedrückt, das war’s. Es ist vielleicht nicht notwendig, immer ein Stativ dabei zu haben, obwohl es viele Situationen gibt, die das verlangen, aber man sollte zumindest die Idee haben, was man genau fotografieren möchte und warum.

Stell dir einfach die Frage: Was möchte ich mit dem Bild aussagen, was gefällt mir an der Blume und was möchte ich im Vordergrund stellen und nicht zuletzt, welche Einstellungen ich deswegen an meiner Kamera vornehmen muss?!

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Wer keine Zeit hat, hat eventuell noch die Alternative, sich die Blume zu kaufen oder sie zu pflücken, wenn das natürlich erlaubt ist, und sie in Ruhe daheim zu fotografieren. Das hat seine Vor- und Nachteile, ist aber auf jeden Fall viel besser, als ein schnelles und schlechtes Bild machen zu lassen!.

Daheim hat man einige Probleme los: Der unruhige Hintergrund ist weg, mehr Kompositionsmöglichkeiten bieten sich an und man sucht sich das schönste Exemplar aus. So einfach kann es gehen! 🙂

5. Natürliches Licht verwenden

Ich bin der Meinung, dass man Blumen und auch viele andere Motive in natürlicher Lichtumgebung fotografieren lassen soll. Natürlich gibt es Ringblitze, die extra für den Markobereich erschaffen wurden, nichtdestotrotz sollte man sie erstmal komplett weglassen.  Als Anfänger sollte man so minimalistisch wie möglich an die Arbeit rangehen, sprich nur die Kamera und das Objektiv dabei haben, eventuell noch den einen oder anderen Filter. Alles andere überfordert nur.
In der Blumenfotografie, speziell wenn man das Motiv künstlerisch darstellen möchte, sollte man sich mit Farben, Formen und Strukturen auseinandersetzen. Diese drei Bereiche sollte man mit einem ruhigen und fotogenen Hintergrund in das Bild einfließen lassen. Dadurch gewinnt man schöne Motive, die sich von den gewöhnlichen Blumenfotos unterscheiden und die dich als einen besonderen Fotografen auszeichnen.

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Wer mehr über die Makrofotografie lesen möchte, den lade ich ganz herzlichst ein, andere Artikel von mir zu lesen: siehe hier.

29 Gedanken zu “Blumenfotografie – worauf achte ich besonders?

      1. Dann habt ihr ja noch Glück^^ Ich habe es leider versäumt schöne Bilder von den Kirschblüten zu machen, die nun leider im Regen zerfallen.
        Ja, da hast du Recht. Ich knipse gelegentlich im Regen, aber es sind noch keine Meisterwerke dabei entstanden. Vielleicht kannst du ja dazu bei Gelegenheit einen Post schreiben?
        Liebe Grüße Elli

        Gefällt 1 Person

  1. Ich war heute auch zum Thema Bienchen und Blümchen unterwegs. Das ergibt sich eben mal weil meine Route so verläuft, dass ich genügend Fotomotive am Wegesrand erreichen kann. Meine Kamera auf Blümchen eingestellt und los gehts. Doch wie hast du so zutreffend angemerkt: es braucht Zeit. Ich bin immer alleine unterwegs, so nervt niemand der weiterlaufen mag, während ich mich ausgiebig einem Blümchen als Fotomotiv widme. Ich werde mich bei der Pentax erst mal die Bedienungsanleitung durcharbeiten und dann eine neue Speicherkarte kaufen, dann kann es los gehen. Ich freue mich drauf.
    Was ich noch liebe sind Rapsfelder, diese gelben Farbkleckse in der Landschaft. Am Himmel können dann noch ein paar Blumenkohlwolken auftauchen sowas gibt ein wunderbares Motiv. Zum Glück gibt es auf meiner Tour einen Wald, Rapsfelder, eine Bahnstrecke und viele interessante Eindrücke am Wegesrand. Auch der Löwenzahn hat seinen Reiz, wie du das so wunderbar dargestellt hast.
    Ich habe kommende Woche Urlaub und werde nach Möglichkeit nicht durch das www. surfen.

    Eine gute Woche für dich.
    Salut
    Helmut

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    1. Lieber Helmut, dann muss die Gegend, wo du wohnst, sehr idyllisch sein. Das ist schön. Natürlich braucht es Zeit, man sollte sich auf keinen Fall unter Druck setzen, es ist auch die beste Entscheidung, wenn man alleine loszieht, dann hat man so viel Zeit, wie man möchte. Ich bin oft stundenlang weg, ohne es bemerkt zu haben. Das nenne ich Entspannung pur, weil man alles drum herum vergisst und sich nur auf das Motiv konzentriert. Ich wünsche dir einen schönen und erholsamen Urlaub. Vergiss deine Kamera nicht :-), bin schon sehr auf deine Fotos gespannt. LG bilere

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