Lichtstrahlen malen & HDR Bilder erzeugen


Warszawa_DSC7938Letzte Woche habe ich es leider nicht geschafft, einen Beitrag auf meinem Blog zu posten. Umso mehr freue ich mich, dass ich heute dazu komme, obwohl das Wetter draußen sehr schön ist, was heutzutage nicht mehr so selbstverständlich ist :-). Im heutigen Beitrag möchte ich euch ein paar Eindrücke von meinen letzten „Fotoexperimenten“ geben. Es ist eine Mischung von Stadt- und Landschaftsfotografie, natürlich darf es auch das eine oder andere Makrobild nicht fehlen :-). Alle Fotos haben eins gemeinsam: Das Licht spielt hier eine sehr wichtige Rolle.

Jetzt kann jemand von euch sagen: Das Licht spielt doch bei jedem Foto eine wichtige Rolle, was natürlich wahr ist. Wenn ich aber schreibe, „das Licht spielt bei meinen Fotos eine wichtige Rolle“, dann meine ich damit, dass ich mich mit speziellen „Lichttechniken“, mit bestimmten Einstellungen an der Kamera und im Photoshop sowie mit großem Kontrastumfang der Fotos auseinandergesetzt habe, um die Fotos noch interessanter zu gestalten.

Wie jeder von euch weißt, Licht gehört zu den wichtigsten Werkzeugen und kreativen Mitteln jedes Fotografen. Ohne Licht gibt es kein Foto, nicht umsonst bedeutet der Name „Fotograf“ wortwörtlich übersetzt einfach „Lichtbildner“. Um ein dreidimensionales Foto zu erzeugen, sind die richtige Menge an Licht und die Wirkung von Schatten sehr wichtig. Licht beeinflusst die Bildwirkung, egal ob das ein Portrait, ein Makrobild oder ein Straßenfoto ist.

Belichtungsreihe für die HDR-Bilder

Bei meinem ersten Bild habe ich mich auf die richtige Belichtungsreihe konzentriert, also die HDR-Fotografie betrieben. Die HDR-Fotografie spielt immer wichtigere Rolle in der Fotografie. Das hat vor allem mit den aktuellen Kameramodellen zu tun, weil sie HDR, also High Dynamic Range, Bilder ermöglichen.

Habt ihr euch schon mal die Frage gestellt, wie so ein HDR-Bild eigentlich entsteht?

Eine DSLR stößt immer an ihre Grenzen, wenn man ein Motiv mit sehr hellen und sehr dunklen Bereichen und vielen Details in einem Bild vereinen möchte. Die Kamera kann nur einen bestimmten Bereich an Helligkeitsunterschieden verarbeiten. Möchte man es trotzdem erreichen, muss man dasselbe Motiv in verschiedenen Belichtungsreihen mehrmals abbilden (mind. 3 mal) und sie speichern. Es gibt natürlich Belichtungsautomatiken, die hintereinander min. 3 Bilder in verschiedenen Belichtungsreihen aufnehmen und somit das Verwackeln der Fotos vermeiden. Bevorzugt man die manuellen Einstellungen, sollte man sich ein Stativ besorgen, sonst kann es passieren, dass die Fotoausschnitte nicht dieselben sind und man sie nicht zu einem HDR-Bild zusammenfügen kann (es entstehen oft Geisterbilder). Außerdem kann man die Hand nicht so ruhig halten, dass die Bilder keine Verwacklungen vorzeigen.

Entscheide ich mich persönlich für eine Belichtungsreihe, wähle ich meistens folgende Einstellungen: -2 (ein Bild wird unterbelichtet), 0 (ein Bild ist neutral), -2 (ein Bild wird unterbelichtet). Im nächsten Schritt werden diese drei Aufnahmen in einem speziellen Programm zum HDR-Bild zusammengefügt. Ich habe mich für ein kostengünstiges Programm „HDR Darkroom“ für ung. 12 EUR entschieden, mit dem ich im Moment zufrieden bin. Es gibt natürlich bessere Ausgaben des Programms, die man sich u.a. auf Amazon anschauen kann. Auf jeden Fall fügt dieses Programm die drei Bilder zusammen und macht daraus ein HDR-Bild wie das obere Bild.

 

HDR-Bilder werden gerne in Schwarz-Weiß dargestellt, weil sie einen großen Kontrastumfang garantieren. Bei diesem Bild habe ich mich entschieden, die HDR-Aufnahme noch ein bisschen anders zu gestalten und habe das Originalbild über das SW-HDR-Bild drüber gelegt, um die Bewegung der Menschen leicht darzustellen und sie besonders herauszuheben (deswegen die Farbe).

Man kann auch ein „übertriebenes HDR“ machen, das nicht mehr ganz natürlich aussieht. Vor einiger Zeit haben mir solche Bilder gefallen, mittlerweile habe ich aber einen anderen Geschmack. So schnell kann es gehen, dass einem eigene Bilder nicht mehr gefallen. Ich denke, das hat sicher mit der eigenen Entwicklung sehr viel zu tun. Was denkt ihr? Geht es euch ähnlich?

Schloss_DSC9706_HDR

Blendenflecken kreativ einsetzen

So viel zu den HDR-Aufnahmen. Bilder, die ich euch noch zeigen möchte, habe ich auch in Warschau gemacht. Bei den Bildern habe ich keine besonderen Einstellungen an der Kamera vorgenommen, sondern sie im Nachhinein im Photoshop bearbeitet. Bei dem unteren Bild habe ich mit Blendenflecken gespielt, da sie mir aber viel zu dominant waren, habe ich sie in Masken retuschiert.

Wie erzeugt man solche Blendenflecken im Nachhinein?

In Photoshop gibt es den Filter „Blendenflecke„, er ist unter „Filter-Renderingfilter“ zu finden. In der Regel fügt man eine neue Ebene, über der Bildebene, ein. Die Bildebene mit Modus „hartes Licht“ wird mit 50% grau gefüllt. Der Filter ist verschiebbar, also kann man ihn auf die gewünschte Bildstelle hinbewegen. Die Deckkraft kann entsprechend reduziert werden oder man retuschiert den Effekt über die Maskenebene.

Natürlich kann dieser Effekt auch beim Fotografieren erzielt werden, wenn man sich an bestimmte Regeln hält: Wenn die Lichtquelle im Motiv zum größten Teil verdeckt ist, z.B. von einem Baum, wird ein ähnlicher Effekt erzielt. Dabei gilt die Regel, je weiter die Lichtquelle zum Bildrand hinrückt, desto größere Bildpartien werden von Blendenflecken bedeckt (Weitwinkelobjektive sind sehr gut geeignet für solche Ergebnisse).

Warszawa-Stare miasto_DSC7944

Radialen Weichzeichner mit Blendenflecken einsetzen

Nicht nur Blendenflecken sind gute Mitteln, um ein Bild aufzupeppen bzw. noch interessanter zu machen. Blendenflecken kann man sehr gut mit radialem Weichzeichner (Filter – Weichnzeichnungsfilter – radialer Weichzeichner) gut einsetzen. Man geht ähnlich vor wie oben beschrieben, als letzten Schritt legt man aber eine neue Ebene dazu und setzt den radialen Weichzeichner ein. Nicht viele wissen, dass man den radialen Weichzeichner mit der Maus hin und her bewegen kann, um die richtige Platzierung auf dem Bild zu erreichen.

Und wozu dient der radiale Weichzeichner sonst noch? Der radiale Weichzeichner ist ein Filter, der nicht nur Lichtstrahlen erzeugt, sondern auch Bewegung vortäuschen kann. Er kann radial oder strahlenförmig eingesetzt werden. Abhängig davon, für welchen man sich entscheidet, sieht die Bewegung  wie eine Rotation bzw. wie ein Wischer aus. Oft wird der Filter benutzt, um im Nachhinein ein Auto in Bewegung darzustellen (wenn es bereits beim Fotografieren nicht geklappt hat).

Stipciu-Warszawa_DSC7910

Stipciu_DSC8612

Wald in Spillern2_DSC8308

Mich würde interessieren, welcher dieser Methoden ihr nutzt bzw. nutzen würdet? Interessieren euch überhaupt solche Spielereien mit den Bildern im Nachhinein oder verzichtet ihr völlig auf die Bildbearbeitung? Ich bin schon sehr auf eure Antworten gespannt! Einen schönen Sonntag noch! Bis zum nächsten Mal! Eure bilere 🙂 

 

26 Gedanken zu “Lichtstrahlen malen & HDR Bilder erzeugen

  1. Pingback: Zu hell oder zu dunkel: Das Histogramm – bilere's Blog

  2. Ich nutze ja Lightroom 4, und habe mir vor einer Weile ein HDR-Preset herunter geladen, mit dem sich beim Bearbeiten oft sehr gute Ergebnisse erzielen lassen. Manchmal nutze ich dieses Preset absichtlich, um eben jene Entfremdungs-Effekte herbei zu führen. 😉
    Danke für den Post, und für das hervorragende, anschauliche Bildmaterial.

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  3. Ich find deine Arbeit mit der Kamera sehr gelungen. Allerdings ist das für mich eine Nummer zu hoch.Deine Erläuterungen zum Thema HDR sind nachvollziehbar. Danke dafür. Jetzt ist mir auch klar, dass die Lichteinflüsse nicht so einfach in ein Bild hineinzuzaubern sind.Das mit dem Weichzeichner findet meine Zustimmung, vielleicht bestelle ich ja einen mit !!! Die Pentax macht mir sehr viel Freude, doch ich übe noch immer.
    Meine nächste Anschaffung ist ein Weitwnkel Objektiv. Im Augenblick kann ich mich nicht entscheiden. Ich werde jedoch berichten.
    Ich wünsche dir eine gute Zeit.

    Salut
    Helmut

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    1. Lieber Helmut, vielen Dank! Üben ist ja das Wichtigste, man lernt ja nie aus. Weitwinkel ist eine gute Wahl, dann kannst du viele tolle Landschaftsbilder machen! Ich freue mich schon auf deine Berichte! lg bilere

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  4. Having only turned to digital photography three years ago, after a lifetime with film, I use a Canon SX700. I haven’t grasped anywhere near all the settings, but I prefer natural light and manual settings wherever possible. I enjoy reading your tutorials, but much of the technicality is beyond me. I like the effect of the sun filtering through the trees, and avoid shooting directly into it.

    Gefällt 2 Personen

  5. Liebe Bilere,
    Danke für Deinen informativen Beitrag.Bei HDR geht’s mir ähnlich wie Dir. Allerdings fand ich von Anfang an diese Aufnahmetechnik nur für sehr wenige Bildern geeignet. Darunter fallen v.a.Dingen Architektur-/ Gebäudeaufnahmen und technische Dastellungen mit viel Metall etc. Bei Naturaufnahmen empfinde ich HDR-Aufnahmen meistens als kitschig. Das muss schon sehr dezent sein. Und was die Spielereien in PS angeht: Hut ab, wenn man sie beherrscht. Allerdings habe ich immer den Ehrgeiz, genau diese Effekte ganz allein durch die gegebene Lichtsituation und die Kameratechnik hinzubekommen.
    Ich wünsche Dir ebenfalls einen schönen Sonntag und die erste Deiner Aufnahmen in SW sieht toll aus!
    LG Simone

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    1. Liebe Simone, vielen Dank für deine informative Meinung. Ich finde es auch sehr wichtig, die Ergebnisse so gut wie möglich beim Fotografieren hinzubekommen, wenn es aber nicht klappt, dann kann man zum PS greifen. Mir macht eigentlich das Experimentieren im PS sehr viel Spaß! Schönen Abend noch! bilere

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      1. Ja, das Eperimentieren in PS macht mir gelegentlich auch sehr viel Spaß. Dank Dir habe ich auch wieder einen neuen Push bekommen und probiere einiges aus. 🙂 Habe allerdings nur PS 7, da bin ich ein wenig eingeschränkter.
        LG zurück und jetzt wohl eher eine gute Nacht! 🙂

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