Stadtfotografie mal anders – Potsdam


Schloss-Potsdam_DSC8488

Potsdam, die Stadt, die südwestlich von Berlin liegt, überzeugt durch schöne Natur, viele Seen, kulturelle Sehenswürdigkeiten wie Schloss Sanssouci und viel mehr. Potsdam ist die größte Stadt in Brandenburg und was jede Hauptstadt an sich hat, hat sie besonders viel zu bieten. Von Berlin Hbf. nach Potsdam braucht man mit der Bahn ung. 20-35 Minuten, es hängt davon ab, ob man die S-Bahn nimmt oder den Regionalzug.

Potsdam-google-maps

Wenn man in einer Stadt unterwegs ist, sollte man sich vor allem folgende Fragen stellen:

1. Welche Ausrüstung nehme ich am besten mit? Natürlich ist man auf eigene Kamera und Objektive, die man daheim hat, angewiesen. Es sei denn, man entscheidet sich für eine Fotoreise mit anderen Fotografen und kann sich für das eine oder andere Motiv ein Objektiv kurz ausleihen. Ansonsten sollte man auf jeden Fall ein Weitwinkelobjektiv und ein Standardzoom dabei haben. Ich bin kein Freund von Kit Objektiven, obwohl ich eins daheim habe (Nikon 18-105mm, 1:3,5-5,6G, DX) und die ersten Jahre nur damit fotografiert habe. Auf meiner Reise hatte ich auf jeden Fall ein Weitwinkelobjektiv 12-24mm, 1:4G DX und mein Makroobjektiv 105mm, 1:2,8G ED, von dem ich mich nicht trennen kann. Fotografiert habe ich mit meiner alten Mittelformatkamera D5100, die nicht zu schwer ist und trotzdem gute Fotos macht.

2. Auf welche Themenschwerpunkte möchte ich mich in einer Stadt, die viel anzubieten hat, konzentrieren?  Man sollte sich einen Plan überlegen, was man wann anschauen und fotografieren möchte. Viele Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle: Das Wetter, die Zeit, die man zur Verfügung hat und natürlich die Laune! Man sollte sich auf jeden Fall nicht zu viel vornehmen. Wenn man in einer Großstadt unterwegs ist, ist es eine Überlegung wert, sich ein Fahrrad auszuleihen. An den Bahnhöfen gibt es überall die DB Räder, aber auch jede Stadt bieten Räder an. Mit dem Rad und einem guten Stadtplan bzw. einer Navigation ist man schnell unterwegs und kann immer wieder anhalten, wenn man ein schönes Motiv sieht und es fotografieren möchte.

Das Wichtigste in Potsdam, was man auf keinen Fall verpassen sollte, ist natürlich das Schloss Sanssouci. Ich nehme an, die meisten von euch kennen es. Das Schloss hat so viele Facetten, dass man es auf unterschiedliche Art und Weise fotografieren kann. Wichtig dabei, ein Weitwinkelobjektiv. Ohne dieses Objektiv gibt es keine Möglichkeit, das ganze Schloss fotografisch festzuhalten. Natürlich kann man einzelne Schlossteile mit einem Makroobjektiv fotografieren, wenn man sich aber dafür entscheidet, die Pracht des Schlosses darzustellen, dann ist ein Weitwinkelobjektiv die richtige Wahl.

Sanssouci_DSC8498 als Smartobjekt-1

Leider habe ich nach wie vor kein Weitwinkelobjektiv, das für meine Vollformatkamera passen würde. Natürlich kann ich mein Weitwinkelobjektiv auch auf meine Vollformatkamera aufsetzen, aber ich kann dann nur den inneren Teil des Sensors ausnutzen. Wenn ich das Objektiv voll „aufdrehe“, bekomme ich einen schwarzen Rahmen (mit einfachen Worten erklärt), der Sucher wird einfach enger und dunkler, weil das Objektiv nicht für ein Vollformat Sensor geeignet ist.  Das heißt dann wiederum, dass ich nur knapp die Hälfte der Pixel nutzen kann. Das nächste Problem ist dann auch der Crop-Faktor, der sogenannte Brennweitenverlängerungsfaktor, der in dem Fall zutrifft.

Kurze Erklärung des Begrifft „Crop-Faktor“: Mit einfache Worten gesagt, wenn wir ein und dasselbe Objektiv, z.B. 100 mm, auf einer Vollformatkamera verwenden, dann wird der Bildausschnitt größer als auf einer Kleinbildkamera. Ein 100 mm Objektiv bleibt auch auf einer Vollformatkamera ein 100 mm Objektiv. Auf einer Kamera mit Crop-Faktor hat dasselbe Objektiv zwar auch 100mm, aber der Bildausschnitt wird wie ein 150 mm Objektiv gezeigt (Nikon hat den Crop-Faktor 1,5, Canon 1,6). Der Crop-Faktor gibt einfach das Längenverhältnis der Diagonalen im Vergleich zum Vollformat an. Beim Crop-Faktor ist der Kleinbild-Film die wichtigste Bezugsgröße. Ein Negativbild einer Kleinbildkamera hat immer folgende Größe: 36x24mm, die heutzutage für Vollformat genutzt wird.

Wenn man mit einer Weiltwinkelkamera, egal ob DX oder FX unterwegs ist, sollte man sich Gedanken darüber machen, was man genau fotografieren möchte, wo man sich hinstellen möchte, ob man das Bild in Farbe oder in SW abbilden möchte. Ich habe beide Methoden ausprobiert.

Das Schloss liegt im Park Sanssouci, der sich auf 289 Hektar erstreckt. Zu Fuß kann man es auf jeden Fall nicht durchqueren. Ich war mit dem Rad unterwegs und habe sehr schöne Ecken entdeckt, die nicht so oft fotografiert werden.

Schlosspark-Potsdam_DSC8462

In SW kommt die Struktur eines Schlosses noch stärker zum Ausdruck, obwohl ich auch kein typisches SW Bild machen wollte. Ich habe das untere Bild etwas weichgezeichnet und dann im Nik Tool, Silver Efex Pro, ins SW umgewandelt. Da ich kein Tilt-Shift Objektiv habe, stürzt das Gebäude ein wenig nach hinten, aber ehrlich gesagt stört mich das in dem Fall nicht. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden und das ist doch das Wichtigste, findet ihr nicht?

Schloss-Potsdam_DSC8488

Aus einem SW Bild kann man auch eine Postkarte machen und sie eventuell an einen Freund/eine Freundin verschicken. Es gibt keine besseren Geschenke als die selbstgemachten. Letztens lasse ich oft eigene Bilder drucken bzw. sie auf Tassen, Becher bedrucken und dann als Geschenk an meine Familie verschicken. Das finde ich sehr originell und persönlich.

Schloss Sanssouci-SW_DSC8475

Kaum zu glauben, aber in Potsdam gibt es ein Holländisches Viertel, das ich natürlich sofort fotografieren musste. Die Ecke ist sehr teuer, obwohl die Lage nicht so gut ist, wenn man sich den Lärm auf der Straße anschaut. Normalerweise mag ich keine Autos auf den Fotos, aber in dem Fall sieht alles schön geordnet aus, deswegen stört es mich nicht zu sehr.

Holländisches Viertel-Potsdam_DSC8580

3. Wie soll ich meine Fotos gestalten? Stadtbilder müssen nicht langweilig wirken, man kann sie mit Farben aufpeppen, ein Motiv von einer ganz anderen Perspektive fotografieren, um sich von den Bildern anderer Fotografen zu unterscheiden. Ich muss sagen, ich mag sehr Wasserspiegelungen oder Brillenspiegelungen, wie unten zu sehen ist.

Zwei untere Bilder habe ich mit meinem Makroobjektiv 105mm fotografiert, um nur die Brillenspiegelung scharf zu machen und den Rest des Bildes verschwimmen zu lassen. Ich denke, es ist mir ganz gut gelungen. Das Modell konnte nicht so ruhig sitzen, aber ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Brillenspiegelung_DSC8605

Diese Technik verwende ich aber auch für andere Motive wie ihr unten sehen könnt. Hier habe ich mich selbst fotografiert, als ich auf dem Rad unterwegs war. Meine Sonnenbrille hat gut gespiegelt :-).

Ich_DSC8068

Aber zurück zur Stadt Potsdam. Ich werde mehrere Artikel dem Thema widmen müssen, weil ich in den drei Tagen so viel geboten bekommen habe und so viel Gelegenheit hatte, schöne Bilder zu machen, dass man das alles in einem Artikel nicht zusammenfassen kann. Zum Schluss darf natürlich ein Makrobild nicht fehlen. Ich weiß leider nicht, wie diese Blume heißt, aber ich fand sie am Rand der Stadt und musste sie unbedingt fotografieren ;-).

violette Blume_DSC8298

 

PS: Ich wollte mich bei denen, die mich zu dem Award nominiert haben, entschuldigen. Ich habe immer noch nicht geschafft, die Fragen zu beantworten. Wenn ich ehrlich bin, habe ich so wenig Zeit, mich dem Blog zu widmen und wenn ich sie schon mal finde, möchte ich mit euch meine Fotoerlebnisse teilen und nicht die Fragen, auf die ich die Antwort zum Teil gar nicht kenne, zu beantworten. Eines Tages komme ich sicher dazu, ich weiß aber nicht, wann der Tag kommt. Sorry & danke für euer Verständnis! lg eure bilere

17 Gedanken zu “Stadtfotografie mal anders – Potsdam

  1. Vielen Dank für deine Hinweise. Ich werde mal unser kleines Städtchen nach deinen Gesichtspunkten betrachten und mal schaun, was sich dabei fotografisch umsetzen lässt. Nun werde ich am Samstag Zeit und Muse finden mich in einer Gärtnerei umzusehen. Es gibt auch was leckeres zum Essen. Damit ist die Thematik schon stark eingegrenzt. Ich werde heuer meine Pentax mit nehmen um einfach mit dem Weitwinkel besser knipseln zu können.
    Ich bin ganz gespannt auf die nächsten Postdam-Bilder.

    Salut
    Helmut

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  2. Hallo Katie, ich finde gerade bei Stadtfotografie eine Kamera mit hohen Crop-Faktor wegen der hohen Schärfentiefe bei Weitwinkel als besonders geeignet. Deshalb greife ich (auch wegen des Gewichts!) oft zu meiner Canon G12 Powershot. Die kann auch RAW-Format. Klar, wenn Du Details rausholen und Portraits machen willst und bei Dämmerung fotografieren möchtest, dann ist natürlich Vollformat die bessere Wahl. Ist imme ein Kompromiss. Ach und Potsdam ist wirklich klasse! Hatte damals bewusst gar keine Kamera mit, da ich nur zwei Tage da war und die Stadt einfach nur auf mich wirken lassen wollte. Nach Deinem Artikel hab jetzt wieder richtig Lust bekommen 🙂 LG Simone

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  3. IHallo Katie, ch finde gerade bei Stadtfotografie eine Kamera mit hohen Crop-Faktor wegen der hohen Schärfentiefe bei Weitwinkel als besonders geeignet. Deshalb greife ich (auch wegen des Gewichts!) oft zu meiner Canon G12 Powershot. Die kann auch RAW-Format. Klar, wenn Du Details rausholen und Portraits machen willst und bei Dämmerung fotografieren möchtest, dann ist natürlich Vollformat die bessere Wahl. Ist imme ein Kompromiss. Ach und Potsdamm ist wirklich klasse! Hatte damals bewusst gar keine Kamera mit, da ich nur zwei Tage da war und die Stadt einfach nur auf mich wirken lassen wollte. Nach Deinem Artikel hab jetzt wieder richtig Lust bekommen 🙂 LG Simone

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    1. Liebe Simone, ich danke dir. Deine Idee finde ich gut: beim ersten Mal die Stadt auf sich wirken zu lassen und beim nächsten Mal zu fotografieren. Das funktioniert sicher nicht immer, aber wenn es geht, sollte man es ausnutzen. Bei mir ist das Problem, dass ich nicht weiß, wann das nächste Mal kommt :-). Liebe Grüße und viel Spaß beim Fotografieren!

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      1. Nein, dass klappt sicherlich nicht immer. Es besteht bei Kurztripps leider als ambitionierte Fotografin oft die Gefahr, dass man seine Umwelt nur noch auf das 3:2-Format reduziert und damit das Ganze nicht mehr wahrnimmt. Also heißt es für mich, Kamera mal bewusst in der Tasche lassen. Da habe ich jetzt für mich einen guten Kompromiss gefunden. 🙂

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