Scharf oder unscharf?


Pusteblumen_DSC0137

Gute Fotos, die das Auge des Betrachters „berühren“, müssen nicht unbedingt scharf sein. Natürlich ist es in den meisten Fällen wichtig, die Schärfe gut darzustellen, sei es in der Landschaft- oder in der Portrait- bzw. Makrofotografie. Schließlich möchte man dem Betrachter zeigen, wie gut man auf das Motiv fokussiert hat und welches Ergebnis daraus geworden ist.

ausgetrocknete Blumen_DSC0191

Nichtdestotrotz bin ich persönlich der Meinung, dass scharf nicht unbedingt gut sein muss bzw. dass auch unscharfe Fotos gute Fotos sein können. Schließlich gibt es genug Fotografen, die sich auf „künstlerische Unschärfe“ wie ich das nenne, konzentrieren. Ich habe es auch selber ausprobiert und das sind meine Ergebnisse.

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Wenn man sich mit dem Thema „Schärfe“ mehr beschäftigt, kommt man schnell drauf, welche Ursachen es für die ungewollte Unschärfe der Motive gibt. Sehr viel hängt vom Wetter, von der Ausrüstung, aber natürlich auch von dem Fotografen selbst ab.

Feldblumen_DSC0264

In der Regel würde ich mindestens drei völlig unterschiedliche Gründe für unscharfe Bilder nennen.

  1. Man hat die Kamera während der Aufnahme bewegt. Das passiert meistens, wenn man ohne Stativ arbeitet. Ähnliches Grund sei die Bewegung des Motivs selbst. Es muss nicht unbedingt ein Makromotiv (z.B. eine Biene) sein, sondern auch eine Person, die nicht ruhig stehen bleiben kann. In so einem Fall muss man viel Geduld haben und so oft ausprobieren, bis das Motiv scharf genug ist bzw. das Ergebnis unseren Erwartungen entspricht.
  2. Der Fotograf hat den Fokus nicht richtig getroffen und das Bild ist unscharf geworden. Das passiert vielen Hobbyfotografen, die am Anfang ihrer „fotografischen Karriere“ stehen. Sie wissen oft nicht, wo sich der Punkt auf der Kamera befindet, den sie auf das Hauptmotiv fixieren sollen. In dem Fall hilft einfach, wenn man sich mit der Kamera und ihren Einstellungen mehr beschäftigt bzw. sehr viel übt.
  3. Man hat Geld sparen wollen und hat sich für ein schlechtes Objektiv entschieden. Das sollte man spätestens nach dem ersten Fehlkauf nicht mehr tun. Ich gebe zu, ich habe anfangs auch nicht gewusst, welchen Unterschied es zwischen einem teuren Objektiv und einer billigen Variante gibt. Schließlich denkt man sich oft, dass man für Markenprodukte nicht so viel Geld ausgeben muss und auch einen guten Kauf mit billigeren Produkten macht. Das ist auch in der Regel richtig, wenn man sich z.B. Kosmetikprodukte oder Lebensmittel näher anschaut. Oft bezahlt man einfach für die Marke und nicht für die Qualität. Die Regel trifft aber nicht in der Fotografie zu. Gute, lichtstarke Objektive kosten eine Menge Geld und man sollte sich vor jedem Kauf gut überlegen, wofür man sein Geld einsetzt, um es später nicht zu bedauern.

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So viel zu dem Thema. Ich wollte euch fragen, ob jemand von euch zufällig morgen auf der Fotomesse anwesend ist? Ich bin ich morgen auf jeden Fall auf Photoadventure in Wien unterwegs und hoffe dort viele gute Eindrücke zu sammeln und euch darüber zu berichten. Ich freue mich sehr drauf ;-).

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend und natürlich auch einen schönen Sonntag! Eure bilere

45 Gedanken zu “Scharf oder unscharf?

  1. och, ab und zu kann eine gewisse uns
    chärfe bei sich bewegenden objekten durchaus ihren reiz haben. ich habe mal bei einer kunstausstellung ein dünnes tuch abgelichtet, das von der decke zu boden fiel und anschließend wieder hochgezogen wurde: mit bewusst langer belichtung.

    das resultat strahlte eine eigenartige stimmung aus.

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  2. Pingback: Mein Lieblingsmenschenbild… | Freidenkerins' Weblog

  3. Mit Unschärfe habe ich auch manchmal ungewollt zu kämpfen. Ich fokussiere schon genau, aber ich erkenne oft, solange ich noch vor dem Motiv stehe, nicht, dass es unscharf ist. Okay, ich kann reinzoomen, daran sollte ich mich erinnern. Aber es sieht auf dem Display scharf aus und dann hab ich am Rechner das böse Erwachen. Ich mache darum meist eine Serie derselben Bilder, dann bin ich sicherer. Meine Bilder sind ja auch eher dunkel, das macht es nicht leichter, aber ich lerne dazu. Manchmal verpasse ich den Fokus um nen halben Millimeter. Das ist mir beim letzten Beitrag mit Hund so gegangen. Da war das Foto aber an sich zu schön, darum hab ich’s gepostet. Bei einem Bild wie dem Blatt unter ‚Inspired‘ macht es mich wahnsinnig 😉 Danke für das schöne Thema! Einen schönen Sonntag noch!

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    1. Danke für dein ausführliches Kommentar bzw. deine Erfahrungen beim Fotografieren. Ich denke, man muss viel üben, viele Fotos schießen, bis man zufrieden ist. Fotografierst du eigentlich manuell oder nutzst du Automatik? LG bilere

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      1. Guten Abend Bilere! Mittlerweile fotografiere ich manuell. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich ran getraut habe, aber ich will nicht mehr anders 😉 Na ja, und Makros mit irgendwas zwischen 2 und 6 Dioptrien gehen dann auch nicht mehr gut im Automodus… Und Du?

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    2. Hi,
      ich fotografiere auch manuell. Wenn ich ehrlich bin, könnte ich es gar nicht mehr anders. Ich frage mich, warum deine Bilder zu dunkel sind. Wahrscheinlich wählst du zu niedrige Blende bzw. zu hohe Belichtungszeit, aber damit kennst du dich sicher gut aus ;-). Ich nutze immer das Histogramm, um beurteilen zu können, ob das Bild richtig belichtet ist. Das Display alleine sagt viel zu wenig aus. lg bilere

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  4. Eines meiner Lieblingsmenschenbilder entstand im Bahnhof von Schaffhausen. Es war schon ein wenig dämmerig – Sonnenuntergang und eine große Wolke hatte sich breit gemacht – und ich musste mit dem Tele über sieben, acht Gleise hinweg mein Ziel – ein sehr skurril wirkendes Männerpaar – anpeilen. Natürlich ist das Bild eine Spur verwackelt – aber ich liebe diese Aufnahme von ganzem Herzen, und würde nie und nimmer an ihr herumbasteln oder sie gar löschen… Ich könnte sie die Tage mal online stellen, und dann auf dich verlinken, damit du dir mein Herzensfoto auch mal ansehen kannst. 😉

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    1. Liebe freiedenkerin, liebend gerne. Ich bin sehr auf dein Foto gespannt :-). Wie ich sehe, tust du alles dafür, um ein schönes Foto zu bekommen ;-). Mir geht es ähnlich. Liebe Grüße und noch ein schönes Restwochenende. Bilere

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  5. Nun ja, für einen Tagestrip ist Wien mir doch etwas zu weit. Dein Thema ist sehr interessant und für mich auch bereichernd. Ich war am Mittwoch unterwegs und habe ein Foto gemacht. Erst auf dem Rechner merkte ich, dass es unscharf war. Seit mir das passiert ist mache ich immer zwei oder drei Bilder. Zur Sicherheit.
    Ich wünsche dir viel Freude beim Bummeln durch die Messehallen.

    Salut
    Helmut

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    1. Lieber Helmut, das stimmt. Es ist weit, aber ich werde gerne darüber berichten ;-). Wenn es um die Fotos geht, fotografiere ich immer mehr als zwei bis dreimal. Es kommt nämlich oft vor, dass ein Bild auf dem Kameradisplay scharf aussieht, obwohl es in der Wirklichkeit nicht so ist. Dafür sind die Displays viel zu klein (obwohl man generell Schärfe von Unschärfe unterscheiden kann). Ich wünsche dir noch einen schönen Abend! Bilere

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  6. I think photographs are much better when the photographer pays attention and selects the best part to be in focus. Sometimes one has time to play with that choice. But, other times, the action is too fast with no time to select it. In those cases, you must plan ahead.

    I thought your photos were lovely. Have a good weekend. We had 15-20cm of snow last night in Iowa. It will melt in the next few days.

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    1. Dear Jim thanks for your nice words. Iowa is so far away from Vienna but we can communicate well, thanks to the internet ;-). Attention is also important for me but you are right, sometimes it’s not possible to select the best part to be in focus. In this case I try again or wait for better time :-). Patience is very important in the photography.
      Nice that you have snow. I miss it here. Have a nice day. Bilere

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