Zitate, die inspirieren lassen


In der letzten Ausgabe des Fotomagazins NPhoto habe ich einen sehr interessanten Artikel mit 50 inspirierenden Fotografen-Zitaten gelesen. Einige der Zitate sind mir richtig unter die Haut gegangen, weil ich mich zu 100% mit ihnen identifizieren kann.

Diejenigen, die sich viel mit der Fotografie beschäftigen, kennen sicher die Namen der großen Fotografen wie Henri Cartier-Bresson oder Ansel Adams. Henri wurde besonders durch seine Schwarz-Weiß-Fotografie bekannt, Adams durch seine beeindrückende Landschaftsfotografie. Beide Fotografen leben nicht mehr, sie hinterlassen aber seine Werke, die auch in der heutigen Zeit jungen Fotografen behilflich sein können, den richtigen Weg zu wählen, um sich im eigenen Bereich weiterzuentwickeln.

Schneeglöckchen.jpg

Zitate, die ich euch präsentiere, können jeden Fotografen auf seinem Weg begleiten. Es macht viel Sinn, sich das eine oder andere Zitat zum Herzen zu nehmen und es beim Fotografieren anzuwenden.

So sagt Ansel Adams „Zwölf gute Fotos in einem Jahr sind eine gute Ausbeute“. Das ist ein Satz, den ich lange Zeit nicht richtig verstanden habe. Ich war immer der Meinung, dass ich nach einer Fototour viele gute Fotos mit nach Hause nehmen muss, sonst bin ich keine gute Fotografin. Mittlerweile weiß ich, dass ich mich getäuscht habe und dass es ein Anfängerfehler ist, so zu denken. Anfangs schießt man tausende von Fotos, weil man der Meinung ist, die Chance, dabei ein gutes Foto zu machen, erhöht sich damit. Jetzt weiß ich, dass es nicht stimmt.

Blatt

Es ist viel besser, sich genau zu überlegen, welches Motiv man fotografieren möchte, was man mit dem Bild aussagen möchte, dann wird man auch die richtige Perspektive wählen, die störenden Elemente gar nicht auf das Bild bekommen und schlussendlich hat man viel mehr Platz auf der SD-Karte. Es gibt also nur Vorteile :-). Für diejenigen, die das nicht schaffen, gibt es einen kleinen Trick und zwar, man nimmt eine kleine Speicherkarte, mit der man den ganzen Tag zurecht kommen muss. Dann wird man sich richtig überlegen müssen, ob man die eine oder andere Aufnahme macht.

Waldbrücke_DSC1376.jpg

Ein anderes Zitat, das ich sehr treffend, besonders für die Makrofotografie, finde, ist das von Robert Capa „Wenn Ihr Foto nicht gut genug ist, sind Sie nicht nah genug dran“. Es ist auch tatsächlich so, dass man oft viel zu weit vom Motiv entfernt ist und viel zu viele störende Elemente auf das Bild gelangen, so dass sich der Betrachter nicht auskennt, was der Fotograf mit dem Bild aussagen wollte. Abgesehen davon weiß der Fotograf oft selbst nicht, warum er gerade dieses Bild geschossen hat und das darf nicht passieren.

Ich denke, man kann nie nah genug an das Motiv dran kommen, besonders in der Makrofotografie oder auch beim Portrait. Makrofotografie lebt von der Nähe, von der Darstellung der kleinen Dinge. Beim Portrait kann man wiederum keine Beziehung zum Modell aufbauen, wenn man viel zu weit weg ist. Es sein denn, man spezialisiert sich auf Straßenfotografie und nimmt Menschen unerwartet auf.

Kätzchen im Winter.jpg

Das dritte und letzte Zitat, dass ich mir zu Herzen genommen habe, ist das von Anton Corbijn: „Ich halte mich an die Denkweise von Brian Eno: Limitere deine Werkzeuge, fokussiere dich auf eine Sache und lass es geschehen…die Einschränkungen machen dich erfinderisch“. Es ist übrigens der einzige von den vier genannten Fotografen,  der noch am Leben ist. Seine Aussage passt wie Faust aufs Auge zu der Makrofotografie. Wenn du z.B. auf einer Wiese bist, fotografiere nicht den ganzen Bereich, sondern konzetriere dich auf eine Blüte, die dir besonders gefällt. Stelle die Blende höchstens auf f 5,6 oder noch kleiner, um einen unscharfen Hintergrund zu bekommen und die Blüte in den Vordergrund zu stellen. Achte außerdem drauf, dass dein Bild nicht verwackelt ist (Belichtung, ISO) und verwende dein Stativ oder eine andere Stütze, um die Kamera gerade zu halten. Und wähle vor allem passende Perspektive, die nicht langweilig wirkt und dich von anderen Fotografen unterscheidet.

Schnecke

In NPhoto gibt es noch 47 andere Zitate, die ich sehr interessant fand. Es ist aber unmöglich, alle hier zu nennen. Außerdem macht es viel mehr Sinn, sich ein paar auszupicken und sich auf die zu konzentrieren. Schließlich wurde Rom nicht an einem Tag gebaut, genauso sieht es mit der Fotografie aus. Man macht kleine Fortschritte, die aber eine große Wirkung haben. Das ist auf jeden Fall sicher! Wichtig ist vor allem, nicht aufzugeben und weiter zu machen, auch wenn man manchmal den Eindruck hat, man kommt nicht vorwärts.

Ich bin gespannt, was ihr von den oben genannten Zitaten haltet wie ihr sie interpretiert bzw. ob ihr bestimmte Zitate oder Mottos habt, die euch beim Fotografieren begleiten?

Ich wünsche euch noch einen schönen und erholsamen Sonntag und freue mich aufs nächste („unsichtbare“) Treffen mit euch! Eure bilere

19 Gedanken zu “Zitate, die inspirieren lassen

  1. Oh ja, der Satz von Robert Capa (Wenn Ihr Foto nicht gut genug ist, sind Sie nicht nah genug dran) ist auch sehr gut. Stimmt natürlich nicht immer, aber oft ist näher dran, dann mehr.

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    1. Lieber Andi, genau. Der Meinung bin ich auch. Natürlich gibt es Situationen, in denen die Aussage nicht stimmt, aber bezogen auf die Makrofotografie würde ich fast sagen, dass sie in den meisten Fällen zutrifft. lg & frohe Ostern! bilere

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  2. Bonjour BILERE
    Le Bonheur est une plume
    La plus légère qui soit
    Jamais assez belle pour toi
    Ma Plume je la partage avec toi
    Le Bonheur se cueille comme une fleur
    Il faut prendre soin avec précaution
    Il faut attention que celui-ci ne se fane pas
    Par ces petits mots de Bonheur
    Passe une agréable journée
    Prends bien soin de toi
    Bises , Bernard belle semaine

    Je t’offre un petit café ou tisane

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  3. Liebe bilere,

    ich mag die Art und Weise, wie Du anschaulich die Kunst der Fotografie erklärst. Sogar mir als Laie und schnöder Handyshooter macht das Spaß zu lesen. Deine Fotografien empfinde ich als poetisch und tiefgründig.
    Das Brian Eno-Zitat gefällt mir ….Einschränkungen machen tatsächlich erfinderisch, das stimmt.
    Ich habe Dich nominiert für den liebsten Award.
    Soll ein Kompliment sein für Deinen schönen blog.
    Liebe Grüße von der Karfunkelfee

    meinen Beitrag findest Du hier: https://karfunkelfee.wordpress.com/2016/03/07/von-blumentoepfen-der-zahl-200-und-dem-liebsten-award/

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    1. Vielen Dank für die netten Worte und für die Nominierung. Ich muss aber zugeben, dass ich mit den Award- Beiträgen im Rückstand bin. Es fällt mir nicht leicht, sie zu schreiben :-). Lg bilere

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  4. „Limitiere Deine Werkzeuge“ und „lass‘ es geschehen“. Zwei für mich wichtige Leitsätze für vieles im Leben. Wer nur mit perfektem Equipment meint, etwas erreichen zu können, bleibt immer unter seinen Möglichkeiten. Wer nicht loslassen kann – auch im (und egal in welchem) kreativen Prozess, ebenfalls. Denn die Zufälle bereichern die eigenen Intensionen. Sie stören meist nicht. Sie zuzulassen, mindern auch Ängste und Befürchtungen, die sich automatisch einstellen, wenn wir auf Perfektion aus sind.

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    1. Liebe Stephanie, da muss ich dir vollkommen Recht geben! Mehr Aurüstung bedeutet nicht gleich, dass man bessere Fotos machen wird. Auch loslassen ist genau meine Devise (obwohl ich zugeben muss, dass es mir nicht immer gelingt). Vielen Dank für dein lehrreiches Kommemtar. Lg bilere

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  5. Der Meister der s/w Fotografie, Heinri, oder wie ich zu sagen pflege Heinrich, hat folgens – für mich ganz wichtiges Zitat hinterlassen:
    Auf jeden Fall aber kümmern sich die Menschen zuviel um die photographische Technik und zu wenig um das Sehen.
    Henri Cartier-Bresson
    Du gibst mir mit deinen Zitaten und den genialen Bildern viel nachdenkliches mit auf den Weg.
    Ich mache, denn ich auf den TGV warte, grundsätzlich Bilder mit der Motivvorwahl Motiv in Bewegung.Manchmal entstehen dabei sehr interessante Bilder.
    Bei der nächsten Fotowanderung nehme ich mal eine Rettungsdecke mit, damit ich näher ans Motiv herankomme.
    eine gute Zeit für dich.

    Salut
    Helmut

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    1. Lieber Helmut, vielen Dank! Bilder in Bewegung sind sicher eine spannende Erfahrung. Hast du schon mal mit Langzeitbelichtung probiert? Es ist auch eine schöne Art, Bewegung darzustellen.
      Schön, dass du an Fotowanderungen teilnimmst. Du beschäftigst dich so viel mit der Fotografie und das bringt Früchte, weil du dich weiterentwickelst. Hut ab! Lg bilere

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  6. schöne fotos. ich fand die ausgewählten zitate auch sehr interessant, und ebenso, deine interpretation dazu zu lesen. bei einigen fotozitaten dachte ich: das ist wie beim schreiben. konzentration / fokussierung auf ein thema macht sinn und verbessert das ergebnis. das zitat mit dem „näher rangehen, wenn das foto nicht gut ist“ habe ich schon öfter gelesen und jedes mal gedacht: ja, das ist richtig. vielen dank für den interessanten beitrag. liebe grüße

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    1. Liebe wolkenbeobachterin, vielen Dank. Es freut mich sehr, dass es dir ähnlich geht wie mir. Die Zitate kann man sicher auch zum Teil auf andere Bereiche beziehen. Ich habe sie auch für eigene Zwecke interpretiert. Ich wünsche dir noch einen schönen Tag. Lg bilere

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