Coverbilder – Tipps Teil 2


Ich setze gerne das Thema Coverbilder fort. Es gibt noch eine Reihe von Tipps und Tricks, die mir eingefallen sind und die euch bei der Auswahl geeigneter Coverbilder behilflich sein könnten. Man muss sich aber im Vornherein klar sein, dass es nie eine Sicherheit dafür gibt, dass genau eures Bild für ein Cover genommen wird. Egal wie gut es ist! Wenn man aber alles richtig macht, steigt die Chance und ihr könnt sicher sein, dass es nicht an der Bildqualität liegen wird, falls sich der Herausgeber oder eine Agentur doch für ein anderes Bild entscheidet. Die haben bereits ihre Vorstellung im Kopf und es ist schwer, da reinzuschauen ;).

Natürlich gelten hier genau gleiche Regeln wie in der Fotografie generell: Eure Bilder müssen qualitativ hochwertig sein. Das heißt aber nicht, dass sie z.B. scharf oder unscharf sein sollten bzw. kontrastreich oder kontrastarm. Das ist reine Geschmacksache und hängt vom Buch und dem Thema ab. Wichtig ist, dass ihr kein 08/15 Bild macht, das nichts Auffälliges, Besonderes hat und nicht sofort ins Auge fällt. Der erste Eindruck zählt. Das ist – glaube ich zumindest – das Wichtigste für den ersten Augenblick. Darüber hinaus ist die Größe des Bildes wichtig, also mind. 300 dpi! Alles andere ist zweitrangig.

violette Blume_DSC2247

Bei der Entscheidung, welches Bild für ein Cover genommen wird, spielt mit Sicherheit oft der Geschmack der Enscheider eine wichtige Rolle. Ich bin mir sicher, dass Männer andere Bilder gut finden als Frauen. Aber nicht nur das Geschlecht, sondern auch das Alter der Personen ist entscheidend. Junges Publikum mag eher bunte, lebendige Bilder, älteres entscheidet sich eher für ruhige Motive.

Es gibt natürlich kein Rezept dafür, wie das Bild aussehen soll, damit es allen gefällt. Am besten, wenn man mehrere Bilder einer Agentur anbietet, weil dadurch die Chance steigt, dass unter den unterschiedlichen Aufnahmen das richtige Bild vorhanden sein wird, dass die jeweilige Zielgruppe ansprechen könnte.

Frau im Hof.jpg

Unterschiedliche Aufnahmen muss aber nicht unbedigt unterschiedliche Motive bedeuten. Beim Fotografieren sollte man auch darauf achten, Aufnahmen in unterschiedlichen Formaten zu machen. Hoch– und Querformatbilder haben nicht gleiche Wirkung und sagen den Betrachtern oft etwas Anderes aus. Außerdem brauchen manche Agenturen Motive in beiden Formaten und es wäre wirklich ärgerlich, wenn dein Bild nur deswegen nicht genommen wird, weil das Format nicht passt.

Besser nutzt man die Situation und macht beide Aufnahmen und geht auf Nummer sicher, dass es nicht am Format scheitern wird, falls ein anderes Coverbild gekauft wird!

zwei Schwänne_DSC2207

Was ich mit der Zeit gelernt habe, ist die Tatsache, dass Coverbilder nicht unbedingt scharf sein müssen. Sie müssen auch nicht unbedigt ein konkretes Motiv darstellen. Oft sieht man Bücher, auf denen einfach ein undefinierbares Hintergrundbild zu sehen ist. Oft werden für Covers solche Aufnahmen benötigt, z.B. in Form einer Textur. Deswegen ist es wichtig, die Augen offen zu halten und auch Motive zu fotografieren, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht.

Abstrakt_DSC0039.jpg

Ich fotografiere oft Gras oder farbliche Motive, die zwar nicht unbedingt spannend aussehen, die ich dann aber im Photoshop z.B. weichzeichne, um daraus eine eigene Textur zu erstellen und sie eventuell als Hintergrund für ein anderes Bild (Photoshop-Befehle: Bild platzieren – als Maske einfügen) zu verwenden. Ich habe aus Spaß mehrere Male solche Bilder einer Agentur angeboten und sie wurden tatsächlich genommen. Das hat mich anfangs ziemlich überrascht!

Am Naschmarkt_DSC2776.jpg

 

Das Wichtigste, was man beim Fotografieren generell nicht vergessen soll – nicht nur im Bezug auf Coverbilder – ist die Zeit, die man sich für jede Aufnahme nehmen soll. „Zeit ist Geld“ und obwohl dieses Sprichwort in der Regel in einem anderen Kontext genutzt wird, passt es in meiner Interpretation auch hierher. „Wenn du dir Zeit nimmst, kannst du Geld daraus machen“ :). Schau dir deshalb das Motiv im Sucher bzw. im Rückdisplay genau an und entscheide, ob das ein interessantes Motiv sein wird oder ob es besser wäre, von einer anderen Seite an das Motiv ranzugehen bzw. ein neues Motiv zu suchen?

Probiere außerdem verschiedene Zoom-Einstellungen aus. Frage dich dabei, ob näher eventuell besser ist oder ob du dich vom Motiv weiter entfernen sollst. Auch bei Festbrennweiten kannst du die Entfernung zum Objekt selbt bestimmen, also tue das!

Baumfrucht_DSC2249.jpg

Um eigene Bilder besser beurteilen zu können, ist es oft hilfreich, sich zu Hause ein eigenes Fotobuch anzulegen und die Bilder dort zu platzieren. Ausgedrucktes Bild wirkt wie ein Coverbild, man kann sich gut vorstellen, ob es für ein Buchcover geeignet ist oder nicht. Bilder am Kameradisplay bzw. am Computer sehen ganz anders aus als ausgedruckt. Darauf muss ich aber sicher nicht weiter eingehen ;).

Licht und Schatten_DSC2170

 

Zuallerletzt möchte ich mit euch meine Einstelung zu meinen Aufnahmen teilen. Ich habe mal eine Aussage gehört, dass man sich das eigene Bild ein paar Tage nach der Aufnahme nochmal genauer anschauen soll. Erst nach ein paar Tagen kann man es mit kühlen Kopf beurteilen, ob die Aufnahme gut ist oder nicht (aus unserer Sicht natürlich). Deswegen ist es auch sehr wichtig, sich Zeit zu lassen, bevor man eigene Bilder an Agenturen schickt, weil es oft vorkommt, dass man selber mit der Aufnahme nicht mehr zufrieden ist. Wie soll sie dann einem Fremden gefallen, wenn du mit ihr selber nicht zufrieden bist? Diese Frage lasse ich offen. Ich denke, die soll jeder für sich selbst beantworten.

Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag! Ich hoffe, bei euch ist das Wetter schöner als bei uns :). Lg eure bilere

 

 

 

10 Gedanken zu “Coverbilder – Tipps Teil 2

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