Auf geht’s zum Husarentempel!


Zum ersten Mal bei einer Wanderung habe ich auf mein Makroobjektiv verzichtet und die meiste Zeit mit meinem Nikon AF-S 50mm f/1:8 G fotografiert. Es war nicht so einfach für mein Herz, die Objektive auszutauschen, schließlich trenne ich mich von meinem 105 mm praktisch nie, aber zum Glück habe ich es überlebt ;). Überleben kann man es auch sehr einfach, wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass man der wunderschön bunten Natur begegnet. Wanderungen im Herbst machen mir immer mehr Spaß! Schade, dass die Bäume fast alle Blätter verloren haben und man langsam keine bunten Fotos mehr schießen kann.

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Vor ein paar Tagen habe ich eurem Tipp gefolgt und eine Tour mit meinen Freunden in Mödling gemacht. Wir haben eine Wanderung zum Husarentempel im Naturpark Föhrenberge und zurück gemacht und ich habe auf dem Weg selbstverständlich Erinnerungsbilder geschossen ;). Das Wetter war nicht besonders gut, es hat genieselt, aber wir haben trotzdem nicht aufgegeben. Der Wanderweg zum Husarentempel von Mödling aus dauert knapp 4 Stunden. Wenn man mit zwei Hunden unterwegs ist, etwas länger :).

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Nach dieser Wanderung habe ich mich in die österreichische Landschaft total verliebt. Ich habe schon immer gewusst, dass die Natur in Österreich wunderschön ist, aber das, was ich letzte Woche gesehen habe, hat mich total vom Hocker gehauen :). Die wunderschöne herbstliche Stimmung in den Wäldern, die Ruhe, die die Natur ausstrahlt, sind einfach unbeschreiblich.

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Sollte jemand von euch auf der Suche nach schönen herbstlichen Motiven sein, dem empfehle ich die Strecke. Aus fotografischer Sicht ist es zwar nicht immer einfach, gute Fotos im Wald zu erzielen. Alles sieht ähnlich aus, man weiß oft nicht, welches Motiv man wählen soll, worauf man scharf stellen soll. Der Versuch ist es aber wert, weil man bei mehreren Aufnahmen sicher auf das eine oder andere gelunge Bild stoßen wird. Es kommt natürlich oft vor, dass man sich beim Fotografieren sehr stark auf die Komposition konzentriert und dabei z.B. die Bildränder übersieht. Das hat zur Folge, dass man beim Fotografieren Elemente aufnimmt, die eigentlich die ganze Bildkomposition kaputt machen oder einfach nur stören. Selbstverständlich kann man solche Elemente per Photoshop entfernen, aber wieso sollte man sich die Arbeit nachher machen, wenn man auch vorher besser aufpassen könnte?

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Um solche bösen Überraschungen zu vermeiden, sollte man auf jeden Fall vor dem Abknipsen einen kurzen oder auch längeren Blick auf den Bildausschnitt werfen. Die beste Methode wäre natürlich von Anfang an im Live-View-Modus zu fotografieren. Lasst euch auch Zeit, bevor ihr loslegt. Zeit ist Gold, auch beim Fotografieren.

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Ich habe letztens ein Interview von einem Profifotografen gelesen, der gemeint hat, er bereitet sich immer sehr gründlich auf den Tag vor. Er überlegt sich die Bildkomposition genau im Kopf, erkundet die Gegend und am Tag des Fotografierens legt es los. Es kann dann vorkommen, dass er beim Fotografieren nur ein paar Sekunden braucht, weil er die ganze Vorarbeit schon mal geleistet hat. Man muss dazu sagen, dass er sich vor allem auf die Portraits spezialisiert. Schwieriger wird es, wenn man die Landschaft oder ein Makroobjekt fotografiert und die Gegend zum ersten Mal erkundet, findet ihr nicht? Was haltet ihr eigentlich generell von seiner Methode?

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Aber zurück zu den störenden Bildelementen. Wenn mir solche Überraschungen passieren, versuche ich die Fehler bereits im RAW-Konverter zu beseitigen. Manchmal skaliere ich meine Bilder, um die störenden Elemente an den Rändern zu entfernen oder ich retuschiere die Stellen mit dem Stempel. Und welche Tricks kennt ihr so? Ich bin wie immer sehr gespannt auf eure Kommentare! 🙂

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Erwähnenswertes: Das oben erwähnte Nikon AF-S Nikkor 50 mm f/1,8 G ist eins der beliebtesten Objektive auf dem Markt. Wer von euch Nikon Kamera nutzt, sollte sich unbedingt dieses Objektiv zulegen. Es ist handlich, leicht (185 g) und man bekommt es praktisch umsonst (rund 190 EUR). Das Objektiv punktet vor allem wegen der Optik mit hoher Kantenschärfe und minimalen Abbildungsfehlern. Außerdem ist die Lichtstärke sehr hoch. Wer auf Blendenflecken steht, der sollte sich schnell das Objektiv besorgen. Ich bin auf jeden Fall begeistert davon! Eure bilere

27 Gedanken zu “Auf geht’s zum Husarentempel!

  1. Für mich gibt es bei den Methoden nicht entweder oder, sondern sowohl als auch. Manchmal weiß ich schon ganz genau, was ich wie fotografieren will, aber am häufigsten lasse ich mich inspirieren. Dafür brauche ich aber nicht zwangsläufig mehr Zeit. Manchmal sind sogar diese aus dem Bauch entstandenen Bilder besser als die vorher geplanten 😉
    Ich fotografiere gerade viel mit dem 35 mm f2.0 auf der D Mark II. Macht richtig viel Spaß! V.a. bin ich bei der Festbrennweite viel mehr gezwungen, mich mit dem Blickwinkel, der Bildkomposition und der Entfernung auseinander zu setzen. Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag! LG Simone

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    1. Ic finde die Festbrennweiten auch super. Nicht nur wegen der Lichtstärke, sondern eben auch wegen der Herausforderung, vor der ich stehe. So wie du schreibst, ist es einfacher, mit einem Zoom zu fotografieren als mit einer Festbrennweite. Ich wünsche dir eine schöne Woche! Lg bilere

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    1. Vielen Dank. Ja, die Gegend ist einfach sehenswert. Das mit der chromatischen Aberration hat mich bis jetzt nicht wirklich gestört und für den Preis gibt es meiner Meinung nach mehr Vor-als Nachteile :). Schönen Abend noch! Lg bilere

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  2. Die Fotos sind sehr gur gelungen. Fantastische Farben.

    Ich denke , dass im Wald man viele Motive finden kann: verschiedene Färbungen der Blätter, wie das Licht durch die Bäumen strahlt und gefiltert wird, usw. Verschiedene Bereiche des Waldes unterscheiden sich, besonders wenn dort Laubbäume gibt’s.

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  3. Ich vergesse mein Nikon-Makro-Objektiv des Öfteren. 😉 Aber ich habe ohnehin bislang den Zauber der Makro-Fotografie noch nicht so recht entdeckt… 😉
    Ich fotografiere sehr gerne sehr spontan, vor allem, wenn es darum geht, Mitmenschen abzulichten. Da finde ich, dass Natürlichkeit und Unbefangenheit an erster Stelle rangieren, und ganz zum Schluss erst die Aufnahmetechnik. Mir blutet häufig das Herz, bzw. ich fühle einen gelinden Zorn in mir aufsteigen, wenn ich in der Münchner Residenz beobachte, wie sogenannte Profi-Fotografen Brautpaare schikanieren und in völlig gezwungene Haltungen und Mimiken zwängen. Da juckt es mir bisweilen sogar in den Fingern, hinzulaufen und diesen Typen die Kameras aus den Händen zu reissen. 😉
    In der Natur nehme ich mir meistens schon ein gerüttelt Maß an Zeit für ein Foto. Vor allem bei Aufnahmen im Wald. Ich finde, dass es ziemlich schwierig ist, gute Wald-Bilder zu machen – deine gefallen mir sehr gut. Oder auch bei Tier-Fotos. Da kann ich recht geduldig sein und auch lange und unbequeme Wartezeiten in Kauf nehmen. 😉
    Beim Auswählen der Motive achte ich sehr darauf, dass sich dort keine störenden Objekte befinden. Wenn es sein muss, dann versuche ich, diese beim Bearbeiten „wegzustempeln“, oder auch den Bildausschnitt dementsprechend zu korrigieren, fühle mich aber wohler, wenn ich nicht auf diese Hilfsmittel zurück greifen muss. 😉
    Danke für deine wohltuenden Bilder, sie zeigen deutlich, dass man mit dem richtigen Gespür, Talent und dem Herzen auf dem rechten Fleck auch bei schlechtem Wetter gute Fotos machen kann. 🙂
    Herzliche Grüße!

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    1. Das ist sehr lieb. Vielen Dank! Ich kann dich sehr gut verstehen, wenn du gerne nur „natürliche“ Bilder machst, aber ich kann auch die Fotografen verstehen. Sie werden leider dafür bezahlt, dass die Aufnahmen schön und stimmig sind. Ich denke, das Brautpaar wäre nicht glücklich, wenn z.B. ein Auge zu wäre o.ä.. „Streetfotografie“ ist schon was tolles und deine Bilder sehen auch immer sehr professionell aus! Das zeigt auch nur, dass du die Bilder mit viel Gefühl machst. Ich glaube auch, dass Geduld in der Fotografie eine sehr große Rolle spielt. Ich wünsche dir noch einen schönen Abend! Ich wäre gerne wieder mal in München….ich habe dort mehrere Jahre gelebt und liebe die Stadt immer noch! Ganz liebe Grüße! bilere

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  4. Ja, es gibt immer Herbst immer wieder tolle Motive. Ich bin auch gerne unterwegs. Ein 1.8/50 für meine Pentax habe ich mir auch gekauft, aber ich habe es noch immer nicht ausprobiert. Ich kann mich einfach nicht vom Makro-Zoom trennen. Deine Bilder sind toll und wenn ich auf einer Hohlweg-tour bin, dann dauert es genau so lange wie bei euch.
    Salut
    Helmut

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    1. Lieber Helmut, also fällt die Trennung nicht nur mir schwer ;). Ich bin gespannt, wo du das nächste Mal unterwegs bist. Der Herbst ist leider vorbei, aber deine Food-Fotos kannst du das ganze Jahr über machen! Ganz liebe Grüße! bilere

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