Mut & Spontanität in der Fotografie


Kennt ihr den Spruch „Die beste Kamera ist die, die man dabei hat“? Das trifft voll und ganz auch auf mich zu. Was bringt mir persönlich eine teure DSLR, wenn ich sie nicht immer mit mir trage? Ich liebe meine Kamera, die ist aber einfach viel zu groß, um sie in die Tasche zu packen und jeden Tag zur Arbeit/Schule usw. mitzunehmen. Wenn das nur die Kamera wäre. Ich müsste ja auch noch ein paar Objektive dabei haben, weil ich überwiegend mit einer Festbrennweite fotografiere. Kennt ihr das Gefühl?

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Das ist natürlich ein Nachteil einer DSLR. Heißt das aber, dass man mehr als eine Kamera daheim haben soll? Sollte man eine DLSR für die besonderen Momente und eine Kompaktkamera für den täglichen Gebrauch verwenden? Was denkt ihr? Wäre das eine gute Lösung? Oder kommt es eigentlich nur mir so vor, dass ich oft  tolle Motive vor den Augen sehe und mich dann ärgere, dass ich die Kamera nicht dabei habe?

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Selbstverständlich hat jeder von uns mittlerweile ein Smartphone, aber die Qualität der Bilder ist einfach viel zu schlecht. Natürlich, wenn man nur ein paar Schnappschüsse zum Herzeigen am Handy benötigt oder ein Bild auf Instagram hochladen möchte, dann ist es ok. Zum Ausdrucken, hochladen in voller Größe wird es aber eine sehr „pixelige“ Geschichte sein. Habt ihr das schon mal ausprobiert? Woran liegt das eigentlich, was meint ihr? Die Erklärung ist ganz einfach, der Sensor ist einfach winzig klein. In so einem kleinen Smartphone kann man keinen großen Sensor einbauen. Ein kleiner Sensor kann wiederum nicht so viel Licht einfangen wie ein großer und das führt dazu, dass man auf dem Bild weniger Details sieht und auch der Dynamikumfang viel kleiner ist.

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Dynamikumfang zu klein? Was soll das denn wieder heißen? Ich habe es anfangs nicht gewusst, habe mich aber schlau gemacht ;). Mit wenigen Worten: Das menschliche Auge sieht die Kontraste – also die hellen und dunklen Stellen. Die Kamera kann die Kontraste nur begrenzt „sehen“, ein Bildsensor verarbeitet viel mehr die Signale. Mit dem Dynamikumfang ist deswegen die Breite zwischen dem kleinsten und größten Signal gemeint. Der Dynamikumfang einer durchschnittlichen DSLR-Kamera liegt zwischen 9-12 Blendenstufen.

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Im Grunde genommen liegt es aber nicht nur an der Technik, damit ein gutes Bild überhaupt entsteht. Nicht umsonst sagt man oft, dass die Fotografie nicht mal so viel mit Technik zu tun hat, sondern viel mehr mit der Person, die hinter der Kamera steht. Vor allem geht es hier um die Spontanität bzw. den Mut des Menschen, näher an das Objekt ranzukommen bzw. sich generell zu trauen, abzudrücken. Zusätzlich dazu ist es sehr wichtig, die eigene Vorstellungskraft so weit zu entwickeln, dass man sich von Ideen kaum befreien kann ;). Vielleicht habe ich jetzt etwas übertrieben, aber natürlich, wenn man nicht mit offenen Augen durch die Welt geht und das eine bzw. andere Objekt entdeckt, dann wird man nie gute Motive finden. Seht ihr das genauso? Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Mut, viel Spontanität und viel Vorstellungskraft. Ich wünsche euch aber auch einen wunderschönen, hoffentlich sonnigen, Sonntag! Eure bilere

27 Gedanken zu “Mut & Spontanität in der Fotografie

  1. mir hat vor vielen Jahren jmd erklärt, jede Kamera ist erst mal nur eine Kiste mit einem Loch. Die beste Technik nutzt nichts, wenn die Fotografin/der Fotograf kein Auge für ein „gutes“ Bild entwickelt. daher nehme ich im Zweifel lieber die kleine Digitalkamera oder die Handykamera als gar kein Foto zu erwischen 😉

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  2. Du sprichst mir aus der Seele, stolpere eigentlich ständig über Motive und habe keine Kamera dabei, weil mir das Geschleppe mit den Objektiven im Alltag auch zu viel ist …. ganz abgesehen von den mehr oder weniger tauglichen Kamerataschen/Rucksäcken. Spiel schon lange mit dem Gedanken, mir eine kleine – preisgünstige – Kompakte zuzulegen, kollabiere aber regelmäßig vor dem Angebot in den einschlägigen Märkten. Ein Jammer, und so stolpere ich noch ein wenig weiter und die Motive ziehen vorbei an mir…. schöne Bilder!

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    1. Genau so geht es mir auch. Gestern z.b. habe ich in einem Park in Wien tolle Stimmung gesehen. Blühende Bäume, der Wind, der die Blüten in der Luft fliegen ließ. Wunderschön. Und ich hatte die Kamera nicht dabei. Heute bin ich extra zu dem Platz nochmal hingegangen….die Bäume waren aber fast kahl. Ein Jammer :). Ich habe eine Coolpix Kamera, nehme die aber praktisch nie mit. Das muss ich ab jetzt ändern. Viel Spaß bei der Suche! 😉 lg bilere

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  3. hutschi

    Ich habe auch eine kleine Digitalkamera mit dabei, seit ca. 10 Jahren, eine Nikon S2.
    Daneben nehme ich aberoft eine große mit, dabei mehrere abwechselnd. Das liegt auch daran, dass ich Objektive selbst bastle oder adaptiere.
    Die Bilder haben eine schöne Unschärfe, Blumen „leuchten“.

    Dein Blog ist klasse.

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    1. Du bastelst selbst Objektive? Wow! Das klingt ja echt interessant. Wie ich sehe, hat praktisch jeder zwei Kameras wie du auch ;). Danke dir für dein Kommentar! Schöne Woche wünsche ich dir! lg bilere

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  4. Ich nutze alles, was Bilder machen kann 🙂 Von Vollformat bis Smartphone. Enrscheidend ist das, was ich fotografisch umsetzen will. Manchmal nutze ich meine Kompakte G12 ganz gezielt vor der Vollformat. Und das liegt nicht zwingend am Gewicht. Wenn’s allerdings um Qualität bei schwierigen Lichtverhältnissen geht, dann geht nichts über den großen Sensor. Die Ergebnisse im hohen ISO-Bereich sind nicht zu schlagen und man kann noch gut freistellen und dennoch einen angemessen großen Ausdruck erhalten. Das ist gerade bei Motiven wichtig, die sich schnell bewegen. Ich wünsche Dir eine tolle sonnige Woche!

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    1. Das klingt gut :). Du hast auch Recht, bei schlechten Lichtverhältnissen gibt es nichts besseres als eine Vollformatkamera. Ich denke auch, es ist von meinem Ziel abhängig, welche Kamera ich nutze, obwohl ich praktisch immer eine Vollformatkamera bevorzuge. lg & dir auch eine schöne Woche! bilere

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  5. Ich finde es gut, 2 Kameras zu haben, 1 kompakte und eine mit Wechselobjektiven. Die kompakte muss aber schon etwas hergeben, also eine kleine Taschenkamera genügt mir nicht. Mit dem Handy fotografiere ich kaum, die Fotos sind einfach zu schlecht.

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    1. Liebe Lisa, welche Kompaktkamera hast du denn? Die Idee reizt mich auch ein bisschen. Ich fotografiere gar nicht mit dem Handy. Hab letztens auf einem Konzert ein Bild gemacht, weil ich nicht vorhatte, zu fotografieren und hab mich wieder davon überzeugt, dass die Qualität sehr schlecht ist. Egal, dass es Leica ist. Der Sensor ist so klein, dass die Qualität nie im Leben gut sein wird ;). Schönen Abend noch! lg bilere

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      1. Meine Kompaktkamera ist eine Sony DSC-HX400V. Weiters benutze ich eine Sony ILCE-6000 (Wechselobjektiv). Ich bin mit beiden sehr zufrieden. Eine DSLR besitze ich nicht, weil sie zu schwer ist.
        Dir auch noch einen schönen Abend. lg Lisa

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  6. Ich muss gestehen, dass ich mir nach der Ausmusterung meiner alten DSLR keine neue mehr gekauft habe und diese Entscheidung bis heute nicht bereue. Meine aktuelle Mega-Zoom-Bridge Lumix FZ200 liefert mit ihrem Crop-Faktor von 5,6 natürlich nicht gerade die beste Grundqualität, aber sie passt in jeden Rucksack, und bei der RAW-Entwicklung kann man erstaunlich viel aus einem Foto herausholen (siehe z.B. mein Bild „Hirsch“). Smartphone-Kameras sind m.E. besser als ihr Ruf. Natürlich kann man bei einer Blende von 2.x keine vernünftigen Landschaftsaufnahmen machen, aber Objekte im Schärfebereich lassen sich durchaus präsentabel in Szene setzen. Eine neue DSLR bräuchte ich höchstens für Makro-Aufnahmen – aber hey, ich bin nur Hobbyfotograf…

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    1. Crop-Faktor von 5,6? Wow! Ich dachte, das höchste ist 2 ;). Gut zu wissen. Ich glaube, das Wichtigste ist, dass du mit deiner Kamera zufrieden bist und dass sie deine Erwartungen trifft. Schließlich bringt einem Fotografen eine 6.000 EUR teure Nikon D5 Kamera wenig, wenn er sie nicht vernünftig nutzt. Ja, Makro-Aufnahmen sind mit einer DSLR tatsächlich toll. Danke für deine Meinung! Schönen Abend noch. lg bilere

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  7. Lieber helago, wieso siehst du meine Bilder nicht? Schaust du sie dir am Handy an? Komisch. Ich sehe sie an allen Geräten. Schade. Wie auch immer, ich beneide dich wegen der Reise nach Kamerun und freue mich schon sehr auf deine Bilder! Schönen Sonntag & gute Reise! :9 lg bilere

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  8. Ich habe auch zwei Kameras: Meine „große“ Nikon D 5200, meistens mit dem sehr vielseitig nutzbaren Sigma 18-300-Teleobjektiv ausgerüstet, und für den Alltag eine kleine Nikon Coolpix, die in jede Jackentasche passt. Die ist gar nicht mal so schlecht, auch wenn ich ausgesprochen ungern per Monitor meine Ziele anvisiere. 😉 Ein Smartphone habe ich nicht, werde mir auch wahrscheinlich nie eines zulegen – ich muss weder permanent erreichbar noch pausenlos online sein. 😉
    Ich gebe zu, es liest sich ziemlich schräg, aber manchmal wünsche ich mir, ich hätte eine in die Stirn implantierte Kamera, die ich mit meinen Gedanken steuern könnte – dann würde ich nie wieder ein gutes Motiv verpassen. 😆
    Für mich zählen Mut und Spontaneität beim Fotografieren mehr als das Beherrschen der Technik, mit der ich nach wie vor eigentlich „auf Kriegsfuß“ stehe – mit dem Histogramm habe ich mich bis zum heutigen Tage nicht so recht anfreunden können, obwohl es ja an sich als ausgesprochen wichtig bei der Bearbeitung erachtet wird. 😉
    Das erste deiner Portraitfotos gefällt mir sehr gut, es wirkt überaus natürlich und das Lachen des Kindes ist herzerfrischend.
    Sei lieb gegrüßt, ich wünsche dir einen wundervollen Sonntag!

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    1. Liebe freiedenkerin, die Idee mit der implantierten Kamera finde ich super! Ich würde mir so eine Kamera sofort implantieren lassen. Vielleicht sollst du die Idee patentieren lassen? ;). Was die Nutzung des Smartphones betrifft, kann ich dich sehr gut verstehen. Ich wünsche mir manchmal auch, kein Handy dabei zu haben, weil es einfach süchtig macht. Na ja, ohne Handy fühle ich mich wiederum „nackt“. So weit bin ich schon, deswegen finde ich es klasse, dass du damit gar nicht anfängst ;). Letztens habe ich gelernt, dass das Histogramm gar nicht so zuverlässig ist, wie man denkt. Manchmal machen wir ja Bilder, auf denen viel weiß zu sehen ist und dann ist das Bild laut Histogramm automatisch überbelichtet, was aber gar nicht der Fall sein muss…na ja, ich denke, alles muss man mit etwas Abstand interpretieren. Dir auch noch einen wunderschönen Sonntag! lg bilere

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  9. Nun ja, ich habe zwei Kameras: die Eine ist meine Alletage-Kamera (Panasonic FZ150, die andere ist die für besondere Momente.(Pentax K-S2). Die FZ 150 begleitet mich auf meiner Reise am Donnerstag nach Kamerun. Bilder mit dem Smartphone mach ich nur zum Verschicken und nicht um sie irgendwo zu veröffentlichen. Auch wenn die „Kameras“ dort immer besser werden, für mich bleibt das ein unbefriedigendes Ergebnis. Leider ist es mir nicht möglich deine Bilder im Beitrag zu sehen.
    Ich wünsche dir eine gute Zeit.
    Salut
    Helmut

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