Lange Belichtungszeiten – Weiches Wasser


Wasserfall_DSC_0612

Objektiv: 18.0-105.0 mm f/3.5-5.6, 0,8 Sek; f/36; ISO 100, Verschlusspriorität; Matrixmessung

Wie schaut es bei euch mit dem Fotografieren vom Wasser aus? Kommt dieses Motiv bei euch überhaupt in Frage oder findet ihr es einfach uninteressant? Ich muss ehrlich zugeben, dass ich sehr gerne Wasser als Motiv auswähle, sei es ein strömendes Wasser, ein Wasserfall oder einfach nur eine Pfütze. Genauso wie bei anderen Motiven gibt es auch hier bestimmte Regeln, nach denen man das Wasser entweder einfriert oder weich machen lässt. Dazu möchte ich ein paar Worte schreiben.

Das wichtige Wort in dem Fall ist die Verschlusszeit (auch Belichtungszeit genannt), die beim Fotografieren vom Wasser sehr wichtige Rolle spielt. Je länger die Belichtungszeit desto weicher wird das Wasser. Die Struktur des strömenden Wassers verliert ihre Kraft, alles scheint verwischt zu sein, nur die stehenden Motive rund herum, sei ein ein Baum, eine Blume oder ein Stein werden scharf abgebildet.

Die unteren Bilder habe ich mit langer Belichtungszeit, mit einem Stativ und einem Graufilter (auch ND-Filter bzw. Neutraldichtefilter genannt) gemacht. Abhängig davon, wie schnell das Wasser fließt, kann die Belichtungszeit bis zu mehreren Sekunden dauern, bis man ein weiches milchiges Ergebnis erhält. DerFilter ist dabei sehr hilfreich, um die einfallende Lichtmenge (in dem Fall das Sonnenlicht) zu verringern bzw. das Licht gleichmäßig auf dem Bild zu verteilen, damit keine Stelle überbelichtet wirkt.

Herbst_DSC5966Objektiv: 18.0-105.0 mm f/3.5-5.6, 3,0 Sek; f/22; ISO 200, Manuell; Matrixmessung

Graufilter sind auch farbneutral, also muss man sich keine Sorgen machen, dass die Farben verfälscht werden. Auf meinen Bildern sehen die Farben zwar nicht ganz natürlich aus, aber das war meine Absicht, die Bilder etwas „märchenhafter“ wirken zu lassen.

Graufilter finde ich persönlich sehr praktisch und nicht so teuer, man kann sie schon ab 50 EUR bekommen und nicht nur für Wasserfotografie, sondern beispielsweise auch für die Architekturfotografie oder durchgezogene Lichtspuren, die wir von fahrenden Autos kennen, einsetzen. Wie sehen solche Filter eigentlich aus bzw. wie werden sie eingesetzt? Graufilter ist einfach eine abgedunkelte Linse, die den Lichteinfall reduziert. Es gibt verschiedene Stärken, die natürlich auch preislich unterschiedlich sind.  So ein Filter wird aufs Objektiv draufgeschraubt, die entsprechende Belichtung wird eingestellt, die gewünscht ist und wenn sich die Kamera auf dem Stativ befindet, kann man loslegen und die Probefotos machen. Ich würde hier wirklich raten, mehrere Probefotos zu machen, um die Funktion des Graufilters kennenzulernen und sich damit vertraut zu machen, welche Effekte man bei welcher Belichtung bekommt. Mir persönlich helfen bestimmte Regeln nicht viel, ich muss es selber ausprobieren, um das Gefühl zu haben, ob die Belichtung jetzt ausreichend war oder nicht.Wenn ihr mehr nach Regeln handelt, könnt ihr euch die bestimmten Regeln durchlesen, die folgendes besagen:

Wenn die Belichtungszeit ohne Graufilter 1/25 Sekunde beträgt, muss bei einem Filter mit der Stärke ND 3 die Zeit zehn Mal verdoppelt werden. Wenn 1/25 sekunden hintereinander zehn Mal multipliziert wird, ergibt sich eine Belichtungszeit von 30 Sekunden„.

Wenn ich ehrlich bin, finde ich solche Erklärungen immer sehr kompliziert, deswegen probiere ich es immer gerne selber aus. So sehen meine Probebilder aus.

Es sind ein paar Beispielfotos, die ich noch mit meiner alten Kamera Nikon D5200, mit dem Objektiv 18-105mm bzw. 55-300mm. Verwendet habe ich dafür den Graufilter ND4 und ND8.

Mostnice_DSC5783Objektiv: 18.0-105.0 mm f/3.5-5.6, 2,5 Sek; f/20; ISO 125, Manuell, Matrixmessung

Mostnice_DSC5787Objektiv: 18.0-105.0 mm f/3.5-5.6, 2,5 Sek; f/20; ISO 125, Manuell, Matrixmessung

Mostnice_DSC5604  Objektiv: 55.0-300.0 mm f/4.5-5.6, 0,8 Sek; f/16; ISO 125, Manuell, Matrixmessung

Wasserfall_DSC_0624Objektiv: 18.0-105.0 mm f/3.5-5.6, 0,8 Sek; f/36; ISO 100, Verschlusspriorität; Matrixmessung

Und am Ende zum Vergleich noch ein Wasserbild am Mölltaler Gletscher mit kurzer Belichtungszeit und ohne Graufilter.

Mölltaler Gletscher_DSC6026Objektiv: 18.0-105.0 mm f/3.5-5.6, 1/320 Sek; f/13; ISO 200, Verschlusspriorität; Matrixmessung